Aktiv sein und werden in Sehestedt, Energiekrise, Notfallvorsorge, orange day und Anleuchten des Weihnachtsbaums am 25. November 2022 um 17:30 Uhr beim KanalTreff, sind die Themen des aktuellen Gemeindebriefs. Diesen können sie hier abrufen: Link
Dorf aus Ton als neuer Hingucker
Sehestedt hat seit gut einem Jahr eine neue Sehenswürdigkeit. Das Dorf in Ton gebrannt. Schräg gegenüber vom Pastorat sind die von Sehestedter getöpferten Werke zu bewundern. Und es kommt oft vor, dass jemand stehen bleibt, um sie sich anzuschauen. Am morgigen Sonnabend, 12. November, wird es eine ganze Besuchergruppe sein. Und die Sehestedter sind aufgefordert, von ihre Eindrücken zu berichten (9 bis 12 Uhr). Link
Entstanden ist das Ton-Dorf als Kreiskultur-Projekt. „Wir rufen Dörfer, Orte, Stadtteile oder Gemeinden dazu auf, gemeinsam mit uns ein eigenes kulturelles Programm zu entwickeln“, heißt es dazu auf der Webseite www.kreiskultur.org.

INFO
KreisKultur ist der Zusammenschluss der fünf Kulturinstitutionen Nordkolleg, Schleswig-Holsteinisches Landestheater, Volkshochschule Rendsburger Ring, Rendsburger Musikschule und Landesmuseen. Gefördert und unterstützt wird das Projekt in TRAFO – Modelle für Kultur im Wandel, einer Initiative der Kulturstiftung des Bundes, durch das Land Schleswig-Holstein und den Kreis Rendsburg-Eckernförde.
Die Künstlerin Heide Klencke – Künstlerin, Pädagogin und Maltherapeutin aus Füsing an der Schlei –hatte neben anderen 15 Künstlern Konzepte eingereicht. Die 62-Jährige erklärte den Sehestedtern, in einem Online-Workshop was sie tun können. Eigentlich sollten alle live zusammenkommen, aber das machte der Corona-Lockdown unmöglich.
Getöpfert werden konnten „die Fähre, eine bestimmte Pflanze oder vielleicht etwas ganz anderes“, hatte Konrad Schulze vom Kreis-Kultur-Team den Bürgern erklärt. Dann wurden die Objekte getrocknet, gebrannt und auf der Wiese vor dem Pastorat aufgestellt.

110 Figuren sind entstanden. Fünf Fähren gibt es, vier Kirchen, diverse Tiere, Menschengruppen und Häuser. Ein Dorf aus Ton. „Ich hatte nicht erwartet, dass sich so viele Sehestedter beteiligen“, gesteht Bürgermeister Torsten Jürgens-Wichmann. Und Renate Ahlmann hatte bei der Einweihung gelobt:„Diese unterschiedlichen Werke, die geschwungene Mauer, die gesamte Gestaltung – das ist für mich ein Kunstwerk“.

Mitgemacht hatten Einzelpersonen und ganze Familien. So wie Sven und Melanie Köpenick mit Sohn Bruno. Der 32-jährige U-Boot-Fahrer hatte das S 183 aus seinem Klumpen Ton geformt, Mutter Melanie eine sitzende Frau und Bruno eine beeindruckende Schlange. Schließlich gibt (oder gab) es in Sehestedt Kreuzottern.
Insgesamt standen drei Kilo Ton zur Verfügung. Aufgeteilt in 50 Klopse waren sie an circa 40 Familien und Einzelpersonen verteilt worden. Heide Klencke hatte den Ton besorgt und Tipps gegeben, später Kleinigkeiten an den Werken technisch verbessert und sie schließlich bei 1120 Grad gebrannt. Gemeinsam mit Konrad Schulze hatte sie die Figuren dann mit Silikon auf die sechs Meter lange Ziegelsteinmauer geklebt, die Rüdiger Sell gebaut hatte.
So ist ein echter Hingucker entstanden.
Termin: Gespräch mit der Bundeskulturstiftung
Am Sonnabend, 12. November, ist eine Delegation der Bundeskulturstiftung in Sehestedt zu Gast, die sich über die KreisKultur-Projekte informieren will. Sehestedter sind eingeladen, dazu zu stoßen und den Delegierten von ihren Erfahrungen mit den Projekten zu berichten.
Gestartet wird um 9 Uhr mit kleinen Spaziergang durch den Ort – die Mauer anschauen, den Platz besichtigen, wo die Bühne stand, wo der Ton ausgegeben wurde, wo geprobt wurde.
Musikkanal 75,3 Sehestedt: Link
Danach gibt es eine von der Bundeskulturstiftung moderierte Gesprächsrunde an einem warmen Ort in Sehestedt (bis maximal 12 Uhr). Dann können die Sehestedter und Sehestedterinnen, wie es für sie war, an beiden oder einem der Projekte teilzunehmen.
Außerdem wollen die Teilnehmenden von der Bundeskulturstiftung ein wenig von ihren Erfahrungen mit ähnlichen Projekten erzählen und in den Austausch darüber kommen, was gut funktioniert, um Kulturveranstaltungen in Dörfern zu organisieren.
Musikkanal 75.3 Sehestedt – live im Freizeitpark
„Musikkanal 75.3 Sehestedt“ nennt sich das Projekt. Sehestedter singen für Sehestedter. Wochenlang wurde geprobt. Und am Sonnabend, 3. September, war es dann so weit: Im Freizeitpark der Gemeinde traten die Sängerinnen und Sänger auf. Sabine Sopha hat das Sehestedter Festival begleitet. Dieser Film ist dazu entstanden. Viel Spaß beim zuschauen.
Eine Bühne war aufgebaut worden, davor zahlreiche Bänke. Die Sonne strahlte und an den Spielgeräten tobten Kinder. Es herrschte Festival-Atmosphäre im Freizeitpark. Auch wenn Gerald Röhrbein einige Tage zuvor verkündet hatte: „Lampenfieber habe ich nicht“, waren die Beteiligten sicherlich aufgeregt. Bis auf einige wenige verfügten die meisten von ihnen über keine Chor-Erfahrung, ja eigentlich behauptet Alexandra Koop von sich: „Ich kann gar nicht singen.“
Probe für das Festival: Link
Doch davon hatte sich Claudia Piehl nicht abschrecken lasse. Mit Stimmtraining und konkreten Anweisungen hatte sie die Laien-Sänger auf den richtigen Weg gebracht. Vor allem: Hatte sie immer wieder motiviert.
Das Programm war bunt gemixt mit einigen anspruchsvollen Stücken, wechselte zwischen Chor-Gesang und einigen Soli. So hatte sich Wolfgang Rumpf als Solo „Suzanne“ von Leonard Cohen ausgewählt. „Ein Lied aus meiner Jugend. Und wie alle Liebeslieder wird es nicht alt“, kündigte er an.
Das Video
Von Element of Crime erklang „An Land“, ein Song, der bestens zum Land zwischen den Meeren passt und vom Chor gestisch untermalt wurde, als es hieß: „… am Fenster fliegt eine Kuh vorbei.“ Von Peter Maffay war „Ich wollte nie erwachsen sein“ im Repertoire. Und eine echte Herausforderung war „California Dreamin‘“ von den Mamas & Papas. Ein Song, den jeder kennt und im Ohr hat. Da liegt die Messlatte hoch. Da machte es nichts, wenn der eine oder andere Ton mal nicht ganz richtig saß. Das Publikum applaudierte begeistert. Hoch her ging es, als Klaus-Dieter Wehnsen erst „My Bonnie is over the ocean“ anstimmte und anschließend plattdeutschen Rock’n’Roll.
Kreiskultur: Link
Nicht fehlen durfte natürlich der Sehestedt-Song, der zuvor bei einem Kreiskultur-Projekt entstanden war. „Einzeln sind wir Töne, gemeinsam sind wir ein Lied“, konstatierte Sylvia Jelen am Ende des Auftritts. Und stellte fest: „Wir haben uns neu entdeckt, sind über uns hinausgewachsen“
Der Chor
Alexandra Koop, Rita Koop, Sylvia Jelen, Stephanie Wehnsen, Ingeborg Freerksen-Hennings, Angela Röhrbein, Gerald Röhrbein, Kerstin Flamminger, Sven Volkmann, Lea Volkmann, Marie Volkmann
Die Band
Klaus-Dieter Wehnsen (Gitarre), Wolfgang Rumpf (Gitarre), Julia Schäfer (E-Bass), Matthias Flamminger (Keyboard), Markus Zell (Schlagzeug)
Reges Kulturleben in einer kleinen Gemeinde
Sehestedt ist nicht groß. Aber durch den Nord-Ostsee-Kanal genießt es große Anziehungskraft. Außerdem sind seine Bewohner sehr kreativ und aktiv. Das schlägt sich in einem ausgesprochen regen Kulturleben nieder. Auf der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses zog dessen Vorsitzende, Alexandra Koop, eine Bilanz, die sich sehen lassen kann. Und gab einen Ausblick auf neue Aktivitäten.
Sehestedt.de wird in den kommenden Wochen berichten:
Sommer 2021: Kreiskultur Tonfigurenbau
18.+19. Juni 2022 : Kunst in der Alten Schule (mit Video)
3. September 2022: Kreiskultur – Festival mit der Band „75,3 Kanal Sehestedt“ (mit Video)
4. September 2022: Gedenken am Schottenstein / Schotten zum Tod von Königin Elisabeth / Bericht über die Whisky Society Sehestedt
3. Oktober 2022: Tag der Deutschen Einheit
Ausblick auf künftige Veranstaltungen:
11.11. Sehestedt-Chor im Hohen Arsenal, Rendsburg
12.11. Besichtigung der Ton-Figuren und Gespräch mit Sehestedtern durch Kulturvertreter
13.11. Volkstrauertag mit Kranzniederlegung und Gedenken
25.11. Orange Day und Tannenbaum-Anleuchten am Kanal-Treff
Jahreshauptversammlung des Seniorenbeirats
Wann ist man alt? Ein Teenager empfindet einen 30-Jährigen als alt. Ein 50-Jähriger einen 80-Jährigen. Es ist also relativ. Und wann ist man ein Senior? Auch das ist nirgends festgeschrieben. Laut Statistik sollen Männer und Frauen bereits ab 50 zu dieser Gruppe zählen. Gemeinhin betrachtet man Rentner als Senioren. In Sehestedt gehören Mann und Frau zehn Jahre später dazu. Ob sie nun wollen oder nicht. Denn ab dem 60. Geburtstag erhalten sie Einladungen zum Seniorenbeirat. So auch jetzt.
Am Donnerstag, 27. Oktober, sind die Sehestedter Senioren zur Jahreshauptversammlung des Gremiums eingeladen. Getagt wird von 15 bis 17 Uhr im Mehrzweckraum im Kindergarten.
Als die Schreiberin dieser Zeilen vor vier Jahren erstmals als Seniorin eingeladen wurde, war sie empört. Schließlich arbeitete sie noch im Vollzeitjob. Alt fühlte sie sich keineswegs. Es änderte aber nichts an der Tatsache, dass sie ihr letzte Lebensdrittel erreicht hatte.
Bereits im 14. Jahrhundert soll es üblich gewesen sein, Personen in dieser Phase als Senioren zu titulieren. Im 18. Jahrhundert wurden auch Familienoberhäupter oder ältere Geschäftspartner so bezeichnet – unabhängig vom Lebensalter. Schließlich kann man den Begriff auch positiv verstehen. Menschen dieser Gruppe verfügen über jede Menge Erfahrungen auf den unterschiedlichsten Gebieten.
Als kleiner Trost: Im Sport ist zählt man schon ab 40 Jahren zu den Senioren. Dafür trägt der Gesundheitsbereich der Tatsache Rechnung, dass die Menschen immer älter werden und die Regelaltersgrenze für die Rente inzwischen bei 67 Jahren liegt. Erst ab 70 Lebensjahren ist man dort ein Senior.
Doch egal. Ob 60, 70 oder älter. Aktive Sehestedter sind gefragt. Die sich mit Ideen einbringen. Für wen das noch nicht Grund genug ist, um zur Jahreshauptversammlung zu gehen: Dieter Koll aus Alt Duvenstedt hält unter dem Titel „Een Mann vun Döpr lees platt“ einen plattdeutschen Vortrag. Nicht zu vergessen: Kaffee und Kuchen werden auch serviert! Sabine Sopha
Romantika: Heute am Kanal
Nach zwei Jahren ist es endlich wieder so weit: Heute Abend (Sonnabend, 3. September 2022) findet das Lichterfest am Kanal statt. In Sehestedt gibt es ein buntes und besonderes Programm zur NOK-Romantica.
Es wird auch königlicher Besuch anwesend sein – eingeladen wurden die Wollkönigin aus Lohmen, die Rapsblütenkönigin aus Gettorf und die Kohlkönigin aus Dithmarschen. Schließlich wird eine neue Kanal-Königin gekürt.
Leuchtender Höhepunkt ist dann sicherlich die Laser-Show, die Imbiss-Wirt Holger Petersen organisiert hat. Bereit 2018 zauberten die Macher viele Sehestedt-Motive an den nächtlichen Himmel.
In und um den Imbiss herum wird auf der Nordseite viel los sein. sab
Programm
17 Uhr
Eingeläutet wird die Feier im Freizeitparkt mit dem Konzert des Projektes „Musikkanal 75.3 Sehestedt) LINK
ca. 18 Uhr
Ansprache des Bürgermeisters am Kanal-Treff
ca. 19.15 Uhr
Ernennung der Kanalkönigin durch den Bürgermeister, Wahl bzw. Ernennung der Kanalprinzessin
ab ca. 19.45 Uhr
Live-Musik der Hörbie Schmidt Band „Rocking The Blues”
Ca. 21 Uhr
Laser-Überraschungs-Show und Flammenwerfer
Premiere: Musikkanal 75.3 in Sehestedt
Sehestedter musizieren für Sehestedter. Unter diesem Motto steht das Projekt der Kreiskultur, an dem seit Februar gearbeitet wird. Mit dabei: ein elfköpfiger Chor, eine fünfköpfige Band und eine engagierte Chorleiterin. Am heutigen Sonnabend, 3. September 2022, ist nun die Premiere – um 17 Uhr im Freizeitpark. Eingängige Lieder zum Mitsingen garantiert.
Klaus-Dieter Wehnsen und Stephanie Wehnsen musizieren seit Langem. Mit 12 Jahren hat Klaus-Dieter mit dem Gitarrenspiel begonnen, später Posaune gespielt. Warum er bei dem Projekt „Musikkanal 75.3 Sehestedt“ mitmacht? „Weil ich Musiker bin“, sagt er. Ganz einfach. Stephanie hat in der Schulzeit musiziert, später Saxophon im Orchester gespielt, dann gesungen. „Eine tolle Stimme“, schwärmt Rita Koop von Stephanies Solo.

Es wird ein buntes Programm sein, das heute im Freizeitpark erklingt. Ein Programm mit Anspruch. Nicht ganz einfach ist zum Beispiel der Rap „Am Meer“ von den Fantastischen Vier. Bei der Generalprobe am Mittwoch in der Heuherberge Naeve war Claudia Piehl zufrieden. „Großes Lob, fast auswendig!“

Auswendig singen – das ist eine große Herausforderung, so Gerald Röhrbein. Er und seine Frau Angela haben im Sehestedter Kirchenchor gesungen, bis dieser dann vor einiger Zeit aufgelöst wurde. „Lampenfieber habe ich nicht“, sagt Röhrbein. „Aber es nicht ganz einfach, weil wir auf der Bühne keinen Chorleiter haben werden.“
Die Mitglieder des Chors

Alexandra Koop, Rita Koop, Sylvia Jelen, Stephanie Wehnsen, Ingeborg Freerksen-Hennings, Angela Röhrbein, Gerald Röhrbein, Kerstin Flamminger, Sven Volkmann, Lea Volkmann, Marie Volkmann
Die Einsätze wird dann wohl Schlagzeuger Markus Zell geben. Zur Band gehören außerdem Wolfgang Rumpf (Gitarre), Matthias Flemmiger (Keyboard) und Julia Schäfer (E-Bass). „Ich habe früher in der Schul- und Uni-Band gespielt“, erzählt sie. „Seit ich in Sehestedt bin, habe ich nach einer Gelegenheit zum Musizieren gesucht und bin jetzt froh, dass es das Projekt gibt.“
Bürgermeister Torsten Jürgens-Wichmann ist ebenfalls von dem Projekt im Rahmen der Kreiskultur begeistert.

„Von Pop bis Shanty – erwartet Euch ein Potpourri verschiedenster Lieder mit bester musikalischer Begleitung“ wirbt er für den Besuch des Konzerts. Eines ist wohl sicher. Spätestens wenn der Sehestedt-Song erklingt, werden alle mitsingen: „Wir sind verbunden trotz Kanal!“ Sabine Sopha
Sehestedt-Song
Endlich wieder „Vogel“ schießen
Es war ein wunderschönes Fest. Herrlicher Sonnenschein, 71 aktive Kinder und rund 270 weitere Gäste machten das diesjährige Vogelschießen am 20. August zu einem richtig tollen Erlebnis. Viele Eltern hatten mitgeholfen, um das traditionelle Kinderfest überhaupt möglich zu machen, das von der Interessengemeinschaft für Kinderfest veranstaltet worden ist.

Nachdem es zwei Jahre wegen der Corona-Pandemie ausfallen beziehungsweise nur in sehr eingeschränkten Rahmen organisiert werden konnte, war es diesmal wieder rund um mit allen Spielen und Aktivitäten veranstaltet worden.

So fand auch einmal mehr der traditionelle Umzug im gesamten Dorf statt und in sechs Gruppen wurden die Könige und Königinnen ausgespielt. Um 17 Uhr wurden schließlich die Preise vergeben, was Dank der Spenden der Sehestedter von insgesamt rund 1700 Euro richtig großzügig gemacht werden konnte. Dank gebührt daher vielen Menschen im Ort die das schöne Fest organisiert und durchgeführt haben, darunter auch viele Jugendliche, die das Kinderschminken und die Spiele unterstützt hatten.



Klar dürfte sein, dass es 2023 wieder ein Kinder-Vogelschießen geben wird, so die Umstände es zulassen. whe/Redaktionelle Mitarbeit: Monica Metzger
Der Bürgermeister teilt mit: Info-Brief vom 10. August 2022
Mit allem was rollt: Auf nach Lohmen zum Patenschafts-Jubiläum
Es gab etwas zu feiern. 795 Jahre Lohmen und 30 Jahre Patenschaft mit Sehestedt. Versteht sich, dass zu diesem Anlass etliche Gäste aus der Kanalgemeinde nach Mecklenburg-Vorpommern reisten. „Toll war es“, lautete anschließend das einhellige Urteil. In einem Bus und mit etlichen Traktoren – so reisten die Sehestedter in ihre Partnergemeinde. Der Trecker-Treck mit den ÖlTimern war ein besonderer Höhepunkt. Minutiös hatte der Vorsitzende Bruno Dohrn alles geplant.
Außerdem begaben sich am Sonnabend knapp 40 Sehestedter in einem Bus auf die Reise. „Außer gute Laune brauchten sie nichts mitzubringen“, erklärt Bürgermeister Torsten Jürgens-Wichmann. Vom Imbiss gab es Verpflegung für alle („auch Kurze“, so Jürgens-Wichmann mit einem Augenzwinkern). Auch Kanalkönigin Katrin Naeve war mit von der Partie. „Ich war überrascht, dass so viele junge Leute dabei waren“, freut sich Jürgens-Wichmann.
Punkt elf Uhr erreichten die Sehestedter den Marktplatz von Lohmen. Die Sehestedter Kanalkönigin und die Lohmener Wollkönigin eröffneten die Feierlichkeiten und dann ging es Schlag auf Schlag. Auf dem Platz waren Stände mit Kunsthandwerk aufgebaut, am Nachmittag stieg eine Motor-Stunt-Show. Das Wetter war bestens, die Stimmung hervorragend. Am Abend wurde in der Festhalle eine Bilder-Show zur Partnerschaft gezeigt, anschließend ausgiebig in der Festscheune geschwoft „Es war brechend voll. Das war Spitze“, schwärmt Sehestedts Bürgermeister.
Er hatte zuvor auf der Motor-Stunt-Show großen Mut bewiesen. Gesucht wurde ein Freiwilliger, der auf einem Quad Platz nimmt, das dann akrobatisch auf den Hinterrädern unterwegs war. Die Hauptattraktion war der Sprung von einem Motorradfahrer über zwei Trecker – vier Meter in der Höhe und 28 Meter in der Breite galt es zu überwinden.

180 Bilder ließen die 30-jährige Partnerschaft der Gemeinden Revue passieren. Gezeigt wurden sie vor geladenen Gästen in der Festhalle. Sie erinnerten daran, dass die Lohmener Line Dancer auf der Sehestedter Fähre ein Tänzchen wagten. Oder an Freundschaften wie die von Ehrenbürgermeisterin Rita Koop und ihrem Mann mit Gudrun und Hartmut Hassel aus Lohmen.
Partnerschaft Sehestedt-Lohmen: Link

Die Lohmener erwiesen sich als gute Organisatoren. Ab 24 Uhr hatte Lohmens Bürgermeister Bernd Dikau einen Shuttle zu den Unterkünften organisiert. Untergebracht waren die Gäste in Ferienhäusern und im Hotel. „Die Übernachtungskosten wurden von der Gemeinde übernommen“, so Jürgens-Wichmann, der sich über die großartige Gastfreundschaft freute. Am Sonntagmorgen gab es in der Festscheune ein Frühstück für die Gäste, bevor diese zurückfuhren.

Trecker-Treck nach Lohmen und zurück
Bereits am Donnerstagmorgen waren die ÖlTimer gen Lohmen aufgebrochen. „Es war eine geile Tour bis zum Schluss. Technisch alles glatt gegangen“, schwärmt Rüdiger Sell. Allerdings gab es zwei Wermutstropfen. Und dazu zählte nicht der Regenschauer, der in Nortorf über die Traktoristen niederging. Aber die Männer waren vorbereitet, besonders jene, die auf ihrem Gefährt kein Dach über dem Kopf hatten: Schnell schlüpften sie in Regenzeug und Gummistiefel.

In Krummesse machten sie bei einem Italiener Halt, ansonsten gab es einen Stopp, wenn sich ein Parkplatz dazu anbot. Ihn Lohmen wurden die Fahrer in der Jugendherberge untergebracht, direkt hinter der Festscheune. Mit ihren Traktoren waren sie eine Attraktion während der Feierlichkeiten. „Es war gut, dass wir unsere Kutsche mithatten“, erzählt Rüdiger Sell. Denn immer wieder kamen Kinder und baten „Fahrt ihr noch mal?“. Am Sonntag kutschierten sie dann Ukrainerinnen um den Lohmener See. Die Gemeinde hatte Flüchtlinge aus den umkämpften Gebieten aufgenommen.
Vor der Rückfahrt wurden die Traktoren am Lohmener Recyclinghof vollgetankt. Wieder fuhren zwei Trecker hintereinander, dazwischen gab es eine Lücke für überholende Autos. So eine Fahrt ist nicht ganz ohne. Davon konnte sich Sabine Sopha vom Sehestedter Redaktionsteam überzeugen. Eigentlich hatten sie und Wolfgang Henze die ÖlTimer begleiten wollen. Doch eine Erkrankung machte ihnen einen Strich durch die Rechnung.
Das Video
Aber den ersten Kilometer durchs Dorf und über die Fähre nahm die Autorin hinter Gerd Thode auf dem roten Porsche-Trecker Platz. Schon der Aufstieg erfordert Gelenkigkeit. Und oben in luftiger Höhe werden Fahrer und Beifahrer ganz schön durchgeschüttelt. Auf diese Weise gut 260 Kilometer zurückzulegen, verdient Anerkennung.

Auf der Rücktour kurz vor Neumünster passierte es dann. Bei einer Pause mitten im Wald klagte Bruno Dohrn über Übelkeit. Die ÖlTimer handelten sofort und riefen einen Krankenwagen. Der brachte den Patienten nach Bad Segeberg ins Krankenhaus. Herzinfarkt lautete die Diagnose. Inzwischen geht es dem Vorsitzenden der ÖlTimer wieder gut.

Das Fazit
Trotz dieses Zwischenfalls schwärmen die Sehestedter noch immer von den Feierlichkeiten. „Was Lohmen da auf die Beine gestellt hat ist für uns eine Herausforderung“, sagt Torsten Jürgens-Wichmann. Denn zum 35-jährigen Bestehen der Partnerschaft in 2027 sind die Lohmener in die Kanalgemeinde eingeladen. Und dann wollen die Sehestedter beweisen, dass sie auch ein tolles Event auf die Beine stellen können.
Gemeinde Sehestedt


Herausforderung Feuerwehr: In Sehestedt wird Nachwuchs gesucht (Foto anklicken, Kontakt bekommen)