Liebe Sehestedter, wir sind überwältigt von dem Zusammenhalt und der Hilfsbereitschaft, die wir durch die Gemeinde erfahren durften und überwältigt von den vielen Spenden, die uns erreicht haben. Wir möchten uns bei der Feuerwehr mit all ihren Einsatzkräften bedanken sowie bei allen Helfern und Unterstützern, die so schnell und unkompliziert zur Stelle waren. Wir sind sehr dankbar für alles, auch die kleinste Hilfe schätzen wir sehr und es rührt uns zu Tränen. Da wir uns nicht bei allen persönlich bedanken können, möchten wir hierfür die Sehestedter Homepage nutzen – kein langes Hickhack.
Wir sagen von Herzen DANKE an alle.
Wir haben den Brand zum Glück alle unversehrt überstanden – das ist das Wichtigste.
Vorerst sind wir in dem Ferienhaus der Familie Naeve untergekommen – ein Dank an euch!
Nun geht es daran, wieder in die Normalität zu finden. Viele Sachen müssen gekauft werden, Dokumente müssen neu beantragt werden und viele andere Dinge – denn es ist alles den Flammen zum Opfer gefallen.
Ihr stärkt uns mit eurer Unterstützung den Rücken und gebt uns Kraft für alles, was noch vor uns liegt.
Zwei Hausbrände innerhalb von drei Tagen – das ist ungewöhnlich. Aber die Polizei schließt einen Zusammenhang aus. Für die Sehestedter Wehr waren es zwei Großeinsätze, bei denen sich das neue Feuerwehrfahrzeug bewährt hat. Und die „Hilfsbereitschaft der Sehestedter ist überwältigend“, freut sich Bürgermeister Torsten Jürgens-Wichmann.
Am Donnerstag hatte es im Eiderblick gebrannt: Link
Am Sonnabendnachmittag gab es dann erneut einen Großeinsatz. Diese Mal brannte eine Wohnung im Landhaus Sehestedt. Vier Menschen wurden verletzt.
Für die betroffene Familie ist in der Gemeinde und von Vereinen eine große Hilfsaktion angelaufen: Link
Bürgermeister Torsten Jürgens-Wichmann hatte ihnen noch am Brandtag die Soforthilfe der Gemeinde überreicht, die er auch den Geschädigten überbringen wird. Doch die Eiderblick-Familie steht vor dem Nichts. Am Montag abend dehnte Jürgens-Wichmann seine Bürgersprechstunde aus und sammelte „ganz unkompliziert“ Spenden: in bar und ohne Spendenbescheinigung. Mehr als 100 Personen kamen, freut sich der Bürgermeister. Am meisten berührte ihn, dass Kinder ihr Sparschwein geleert hatten, um zu helfen. Ansonsten gab es Geld auch von zahlreichen Institutionen wie dem Schützenverein und der Wählergemeinschaft. Auch die Kirchenkollekte wurde zu für die Brandopfer zur Verfügung gestellt.
„Es ist eine fantastische Summe zusammengekommen“, ist Torsten Jürgens-Wichmann dankbar. Den konkreten Betrag nennt er nicht. Das Geld wurde am Dienstagabend (22. Februar) der Familie überreicht. „Ich bedanke mich auch bei allen Sehestedter Bürgern“, so der Bürgermeister, der von der Spendenbereitschaft überwältigt ist.
Das Feuer im Landhaus
Freiwillige Feuerwehr m Einsatz
Am Sonnabend (19. Februar) war die Sehestedter Wehr gegen 16.15 Uhr alarmiert worden. Es brannte im Erdgeschoss im rückwärtigen Teil des Landhauses. Für den „ersten Angriff“ war sofort Wasser vorhanden. Möglich machte es wieder das neue Sehestedter Einsatzfahrzeug, das über einen großen Wassertank verfügt, erklärt Olaf Ilgner, stellvertretender Wehrführer: Link
Insgesamt waren rund 90 Männer und Frauen vor Ort. Unterstützt wurden die Sehestedter von den Wehren Holtsee, Bünsdorf und Haby. Aus Eckernförde kam ein Fahrzeug mit Drehleiter zum Einsatz. Das Löschwasser wurde dann teilweise aus dem Nord-Ostsee-Kanal gepumpt, der von der Brandstelle lediglich zweihundert Meter entfernt ist.
Bei dem Feuer wurden vier Personen verletzt. Zwei wurden in der Imland Klinik in Rendsburg mit Rauchvergiftungen behandelt, zwei wurden vor Ort vom Rettungsdienst. Für sämtliche Bewohner des Landhauses mussten Ausweichquartiere gefunden werden, denn alle Räume sind noch verqualmt. Sie kamen bei Bekannten unter und in einer Ferienwohnung von Imbisswirt Holger Petersen.
Landhaus Sehestedt
„Gott sei Dank brennt es so selten“, sagt Bürgermeister Torsten Jürgens-Wichmann. Das letzte große Feuer war 2016 in einem Nebengebäude der Kanalvilla ausgebrochen: Link
Das heißt nicht, dass die Sehestedter Wehr in den vergangenen sechs Jahren arbeitslos war. „Zwei Schornsteinbrände, ein Flächen- und ein Heckenbrand“, zählt Olaf Ilgner auf. Dazu kamen andere Einsätze wie die Beseitigung von Ölspuren oder umgekippten Bäumen auf der Straße.
Nach dem Löscheinsatz endet der Dienst der ehrenamtlichen Wehrmänner und -frauen noch nicht. So galt es am Landhaus noch die zerborstenen Fenster zu vernageln und das Dach mit einer Folie zu verschießen, erklärt Ilgner. „Und am Nachmittag wurde aufgeräumt und die Fahrzeuge geputzt“, weiß Torsten Jürgens-Wichmann. Für den Bürgermeister sind die Einsätze der vergangenen Tage der Beweis, wie wichtig es ist, dass die Gemeinde viel Geld in die Wehr und Fahrzeuge investiert. „Man darf nicht an der falschen Stelle sparen.“
Die Räume sind verqualmt, Mobiliar beschädigt.
Torsten Jürgens-Wichmann freut sich, dass seit Kurzem drei neue und junge Leute Mitglieder der Sehestedter Wehr sind, die auch an den beiden Brandeinsätzen der vergangenen Tage beteiligt waren. „Die ganze Wehr hat wieder einen super Job gemacht“, lobt der Bürgermeister. Und fügt hinzu: „Die Bürger Sehestedts sind sicher. Und sie können auf ihre Wehr stolz sein. Mit diesen Leuten sind wir sehr gut aufgestellt.“
Die Brandursache und Schadenhöhe am Landhaus sind noch unbekannt. Das Feuer im Eiderblick wurde vermutlich durch einen technischen Defekt im Carport verursacht. Die Vermutung, dass ein Elektroauto das Feuer verursachte, wurde von der Polizei verneint.
Die Gaststätte wird erst einmal geschlossen bleiben. Sie hatte ohnehin seit dem 1. Februar dicht, der Pächter wollte am 1. April wieder öffnen. Wann die Schäden behoben sein werden und wie die Zukunft des Gasthofes aussieht, darüber gibt es noch keine gesicherten Angaben.
Die Polizei ermittelt nun in beiden Fällen die Brandursache. „Das ist schon ein Stück weit ungewöhnlich – so kurz hintereinander zwei Brände“, bestätigt Sönke Petersen, Pressesprecher der Polizeidirektion Neumünster. Aber: „Wir sehen da keinen Zusammenhang“. Sabine Sopha
Kein langer bürokratischer Hickhack, sondern Soforthilfe. In Sehestedt und Umgebung ist die Unterstützung für die Brandopfer bereits am Donnerstagnachmittag angelaufen. Wie berichtet (LINK) war im Carport des Hauses Eiderblick 7 ein Feuer ausgebrochen. Dies griff auf das Haus über, das jetzt komplett zerstört ist. Die Gemeinde Sehestedt ruft zu Spenden für die Familie auf, deren Name der Redaktion und auch vielen Bewohnern bekannt ist, hier aber bewusst nicht öffentlich gemacht wird.
Noch während die Einsatzkräfte von zahlreichen Wehren den Brand löschten, kümmerten sich Nachbarn und Freunde um die Familie, deren Hab und Gut in den Flammen aufging. Dirk Naeves Heuherberge liegt nicht weit entfernt vom Brandort. Aber er kennt auch die Familie gut. Naeve stellte ihr eines seiner Ferienhäuser zur Verfügung – ein Dach über dem Kopf mit Bett, Küche und Handtüchern.
„Die Familie steht vor dem Nichts, es ist alles verbrannt“, erklärt Bürgermeister Torsten Jürgens-Wichmann in seinem Spendenaufruf, der am Sonnabend in der Gemeinde verteilt wird. Weiter heißt es dort: „Für die Linderung der schlimmsten Not der Familie ruft die Gemeinde zu einer finanziellen Spende auf. Gerne dürfen Sie diese am Montag, den 21. Februar in der Zeit von 16 bis 19 Uhr in meinem Bürgermeisterbüro am Markttreff abgeben.“
Der Jungendförderverein Sehestedt hilft.
Ebenfalls aktiv geworden sind der Angel- und der Jugendhilfeförderverein. Von beiden ist Robert Pöhls Vorstand, am Freitagmorgen stand der Aufruf auf Facebook. Vater und Sohn der betroffenen Familie sind im Angelverein „Hol rut“ aktiv. Dem Jugendhilfeförderverein, der ganze Familien als Mitglieder aufnimmt, gehören die Opfer des Brandes ebenfalls an.
„Es geht ihnen so weit gut, aber sie haben nicht viel Materielles retten können. Wer gerade in dieser ersten Zeit die Familie unterstützen möchte, kann etwas Geld auf das Vereinskonto mit dem Betreff: Spende Brandunterstützung überweisen“, heißt es im Internet.
Gebeten wird ausschließlich um Geld, nicht um Sachspenden, da die Betroffenen selbst am besten wissen, was sie am dringendsten brauchen. „Von der Gemeinde gab es bereits am Donnerstag Bargeld als erste Hilfe“, berichtet auch Dirk Naeve, „damit sie sich die nötigsten Dinge sofort kaufen können“. Und die Gemeinde sammelt jetzt Geld. Jürgens-Wichmann hat bewusst kein Spendenkonto angegeben, sondern nimmt das Geld bei der Bürgermeistersprechstunde entgegen. „Ich möchte einen unkomplizierten Weg gehen“, sagt er. Und: „Es kommt nicht auf die Höhe der Hilfe an. Wenn einer zwei Euro spendet, ist das genauso gut.“
Der Horror für die betroffene Familie.
Nach dem Motto „Sport verbindet – auch dem dem Platz“ haben die Fußballspielerinnen der Spielgemeinschaft Wittensee-Sehestedt ebenfalls die Initiative ergriffen. Hier kickt die Tochter der Familie in der Damenfußballmannschaft. Ihre Mitspielerinnen haben schnell gehandelt. „Feuer kann nicht nur Licht und Wärme spenden“, schreiben sie auf Instagram. Dort sind zahlreiche Dorfbewohner vernetzt, spendeten bereits am Donnerstag die Ersten, konnte Basti vom Imbiss berichten.
Der Imbiss ist momentan zwar nur von Freitag bis Sonntag geöffnet. Doch die Crew war am Donnerstag aktiv, sorgte für Speis und Trank bei den Einsatzkräften. Auch in der Heuherberge wurde für die Helfer gekocht. „Über den Tag verteilt waren 120 Leute vor Ort“, berichtet Daniel Passig, Pressesprecher des Kreisfeuerwehrverbandes. Sowohl Dirk Naeve als auch Jürgens-Wichmann lobten den Einsatz und die Zusammenarbeit Wehren aus der Umgebung. „Hut ab“, sagte Jürgens-Wichmann. So waren die 29 Sehestedter Kräfte die ganze Zeit am Einsatzort, bestätigt Feuerwehrchef Christian Gothmann. Er stellt richtig, dass es sich bei dem abgebrannten Haus nicht – wie berichtet – um ein Holzhaus handelt, sondern um einen Bau in Holzständerbauweise.
Wer am Donnerstag gegen 22 Uhr erneut die Feuerwehr mit Blaulicht in der Dorfstraße sah, täuschte sich nicht. Die Wehr aus Büdelsdorf musste noch einmal ausrücken und bis zwei Uhr früh löschen, weil der Wind die Glut wieder angefacht hatte, so Passig.
Das Brandgelände im Eiderblick ist jetzt mit Flatterband abgesperrt. Das Haus ist ein Ruine. Am Dienstag will Bürgermeister Torsten Jürgens-Wichmann die Geldspenden an die betroffene Familie übergeben. Sabine Sopha
Info
Bargeldspenden an die Gemeinde: Am Montag, 21. Februar, von 16 bis 19 Uhr im Bürgermeisterbüro (Markttreff).
Spendenkonto des Jugendhilfefördervereins: „Spende Brandunterstützung“,
Spielgemeinschaft Wittensee-Sehestedt: Mannschaftskonto mit dem Verwendungszweck „Celina“, IBAN: DE84 210501701003744172
Info
Der Jugendhilfeförderverein: Link Dem Verein geht es um die Unterstützung der Jugend im Dorf. Er hat zurzeit 42 Mitglieder, davon 23 Familien sowie Sponsorenfirmen. Da es sich seit 2019 um einen eingetragenen Verein handelt, können auch Fördergelder eingeworben werden – wie zum Beispiel für die musikalische Früherziehung im Kindergarten. „In diesem Verein heißt Jugendförderung aber nicht nur, Gelder einzusammeln und zu verteilen, sondern auch Anregungen zur Jugendförderung aufzunehmen und Initiativen der Jugendlichen und deren Eltern zu unterstützen“, erklärt Robert Pöhls. So stammt vom Verein die Initiative, im Frühjahr in der Gemeinde einen Garagenflohmarkt zu organisieren, von dem die Jugend aller Vereine partizipiert.
Als die Feuerwehr kurz nach 11.30 Uhr mit Blaulicht und Martinshorn die Dorfstraße in Richtung Süden fuhr, dachten sich viele Sehestedter an diesem stürmischen Tag nichts dabei. Als dann die gelben Wasserschläuche entlang der Straße ausgerollt wurden, vermutete mancher einen Wasserschaden. Aber es war ein Brand, der einen Großeinsatz der Sehestedter und umliegenden Feuerwehren auslöste.
Mehrere Feuerwehren löschen den Brand im Eiderblick.Fotos: Sabine Sopha
In der Straße Eiderblick gab es kurz darauf kein Durchkommen mehr, Einsatzfahrzeuge versperrten den Weg. Der Carport samt Auto von Haus Nummer 7 brannte. Flammen waren keine zu sehen, aber dichter Qualm hing über dem Haus. Die Wehrmänner und -frauen waren daher mit Atemschutzgeräten im Einsatz. Verletzt wurde niemand.
„80 Einsatzkräfte waren an den Löscharbeiten beteiligt“, erklärte Daniel Passig, Pressesprecher der Feuerwehr Rendsburg-Eckernförde. Als erste vor Ort waren die Kameraden aus Sehestedt mit ihrem neuen Löschfahrzeug.
Die Freiwillige Feuerwehr Sehestedt im Einsatz.
Dieses hat einen großen Wassertank. Auf diese Weise konnten die Kameraden schnell die Wasserversorgung übernehmen, die ansonsten nicht ganz einfach war. „Aus dem Nord-Ostsee-Kanal wurde Wasser gepumpt, ebenso aus einem Regenrückhaltebecken“, informierte Daniel Passig. Daher zogen sich die gelben, prall gefüllten Wasserschläuche die ganze Dorfstraße entlang.
Die Schläuche müssen bis zum Nord-Ostsee-Kanal ausgelegt werden.
„Über ein angebautes Carport hat sich ersten Ermittlungen nach der Brand ins Dachgeschoss des Einfamilienhauses ausgebreitet“, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei. Eine Nachbarin berichtet: „Es gab einen Knall. Dann brannte es schon“. Bereits nach kurzer Zeit war das Auto in dem Unterstand verbrannt. Vermutlich brannte es dann schnell im Haus, weil es sich – laut Nachbarin – um ein Holzhaus handelt, dass von außen mit Steinen verblendet ist.
„Das Feuer wurde durch den Wind auf das Haus übertragen“, erklärt Daniel Passig, Pressesprecher der Feuerwehr Rendsburg-Eckernförde. So galt das Augenmerk der Einsatzkräfte auch den beiden Nachbarhäusern, eines davon ebenfalls aus Holz.
Die Atemschutzgeräteträger werden ausgerüstet.
Die zahlreichen Atemschutzträger hatten ihre Geräte in den umliegenden Carports ausgebreitet, daneben standen Wasserflaschen, denn die Einsatzkräfte – die eine besondere Ausbildung absolviert haben – müssen viel trinken. Die Anwohner wurden gebeten, in ihren Häusern zu bleiben. Auch die Berichterstatterin wurde darauf aufmerksam gemacht, dass der Qualm zwar nicht in Richtung Straße ziehe, aber es aus gesundheitlichen Gründen besser sei, wenn sie den Brandort verlasse. Die Sehestedter verhielten sich diszipliniert, zwar standen in den umliegenden Straßen Anwohner beisammen, aber es gab keine Gaffer. Mancher der Sehestedter musste dabei an den Brand in der Kanalvilla am 3. April 2016 denken. Sabine Sopha
Die Vorbereitungen sind getroffen, Flyer gedruckt und verteilt – doch Corona vereitelt auch die Pläne von Karin und Heiner Pohl. Die Ausstellung in ihrem Wohnhaus, der Alten Schule, am Wochenende 11. und 12. Dezember haben sie schweren Herzens abgesagt. Viel Herzblut steckt in dem Projekt, das in Verbindung mit ihrem langjährigen Engagement für die Psychiatrie in Krakau (Polen) steht.
„Wir haben uns so sehr gefreut, diese Ausstellung wie im letzten Jahr wiederholen zu können, dieses Mal sogar mit weihnachtlicher Musik“, erklärt Karin Pohl. „Doch die momentane Situation lässt uns leider keine andere Wahl.“ In ihrem Haus hätten sie die Sicherheit, die nötig gewesen wäre, nicht herstellen können. „Im nächsten Frühjahr laden wir wieder ein, dann mit einem Konzert im alten Schulgarten“, verspricht sie.
Karin Pohl ist Sozialtherapeutin. Bereits vor 30 Jahren hat sie eine Partnerschaft mit dem Babinski-Klinkikum in Krakau begonnen – im Rahmen ihrer Arbeit der deutsch-polnischen Gesellschaft für seelische Gesundheit, dessen Vorstandsmitglied sie lange Zeit war. Diese Partnerschaft wird seit 20 Jahren bei der Brücke Rendsburg-Eckernförde fortgesetzt. Karin Pohl initiierte zahlreiche gemeinsame Urlaube mit Nutzern der Brücke und Patienten des Babinski-Krankenhauses. Unter anderem hierfür und andere Aktivitäten wurde sie 2008 vom polnischen Staat für ihre Verdienste zum Schutze der Menschenrechte ausgezeichnet.
Die Verbindung nach Polen besteht nach wie vor. Begeistert berichtet Karin Pohl von Krzysztof Putanowicz. Von ihm hängen etliche Bilder in dem langen Flur ihres historischen Hauses. Es sind zahlreiche Landschaften, und eine Ähnlichkeit mit den lichtdurchfluteten, federleichten Aquarellen des englischen Malers William Turner ist nicht rein zufällig.
Ein Bild von Krzysztof Putanowicz. Fotos: Sabine Sopha
„Krzysztof Putanowicz war ein Patient, der malte. Jetzt ist er ein Maler, er ab und zu noch psychische Probleme hat“, beschreibt Karin Pohl den bemerkenswerten Werdegang des Polen. Er war im Babinski-Klinkikum in Krakau in Behandlung, einem der größten psychiatrischen Krankenhäuser in Polen, als man dort begann, eine Kunstthearpie anzubieten. Der Architekt (Jahrgang 1975) besuchte ein Turner-Ausstellung. Das war die Initialzündung für seinen künstlerischen Werdegang.
Regelmäßig besuchen Karin und Heiner Pohl das Nachbarland Polen. In diesem Herbst waren sie wieder dort und haben die Putanowicz-Bilder für die Ausstellung mitgebracht. Über die Jahre sind Freundschaften entstanden und immer wieder Aktionen für die Babinski-Patienten organisiert worden. Das Credo: „Wir möchten den Menschen so viele normale Situationen wie möglich anbieten“. So wohnte einmal eine große Patientengruppe mit großem Vergnügen in der Heuherberge Naeve.
Die alte Schule in Sehestedt.
Das Paar aus Sehestedt hat diese Aktivitäten stets organisiert und begleitet. So fungiert Geschichtsprofessor Heiner Pohl oftmals als Fahrer. Und einmal vermittelte er den Besuch eines Orgelkonzertes. Dabei hatte er nicht bedacht, dass der späte Termin den geregelten Tagesablauf der psychisch kranken Menschen durcheinanderbringen könnte. Doch die Bedenken waren unnötig. „Als wir sie anschließend gefragt haben, welches der Höhepunkt der Reise für sie war, haben viele das Konzert genannt“, sagt Pohl erfreut. Die Unternehmungen sind also für beide Seiten eine Bereicherung. So sind daraus Tanzabende in Eckernförde entstanden. „101 Partys haben wir vor Corona organisiert“, erklärt Karin Pohl, bei denen ihr Mann als Diskjockey im Einsatz war.
Gemeinsam mit der Brücke wurden 2016 erstmals in deren Räumen in der Ahlmannstraße Werke aus Polen ausgestellt (Link zum Artikel in der TAZ https://taz.de/Die-Welt-ist-ein-bruechiges-Konstrukt/!5312291/) . Mit dem Landesbeauftragten für Politische Bildung organisiert gab es eine Ausstellung in Kiel, 2019 war Putanowicz an der „HafenArt“ in Eckernförde beteiligt. 2020 zeigt das Ehepaar Pohl die Putanowicz-Bilder erstmals in der Alten Schule. Und machte die Erfahrung, dass die Veranstaltung sehr gut angenommen wurde.
Der Flur des historischen Gebäudes in Sehestedt ist wie geschaffen für eine Ausstellung. Hier hängen stets groß- und kleinformatige Originale verschiedenster Künstler. Unter anderem von Rebecca Neundorf, der Enkelin des Paares, die sich auf lebensechte Tierbilder spezialisiert hat und auch am kommenden Wochenende dabei gewesen wäre. Und Monika Metzger hatte die Kontakte zu der kubanischen Sängerin Leticia vermittelt, die am Sonnabend Weihnachtslieder vortragen sollte.
Die öffentliche Ausstellung mit Musik (unter 2G-Bedingungen) wäre ein kleines kulturelles Highlight in der Sehestedt gewesen. Die Pohls hatten auch Unterstützung von der Gemeinde bekommen. Die Bemühungen aller Beteiligten werden aber nicht vergeblich gewesen sein. Denn bereits vor der coronabedingten Absage hatten Karin und Heiner Pohl signalisiert: „Wir möchten unser Haus künstlerisch öffnen und können uns langfristig Veranstaltungen in der Alten Schule vorstellen“. Wenn die Bedingungen stimmen, wird es im Frühjahr eine Veranstaltung geben. sab
Es war einmal mehr ein großer Erfolg. Der bereits traditionelle Weihnachtsbaumverkauf des Sehestedter CDU-Ortsverbands unter Leitung von Bürgermeister Torsten Jürgens-Wichmann lockte auch in diesem Jahr, unter Beachtung der Corona-Regeln, viele Bürger am Samstagvormittag auf das Gelände von Gut Sehestedt, um eine hübsche Nordmanntanne erstehen zu können.
Bürgermeister Torsten Jürgens-Wichmann freut sich auch in diesem Jahr über den Erfolg des Weihnachtsbaumverkaufs.
Exakt 83 Tannen, frisch in den Tagen zuvor in Brekendorf geschlagen, konnten an Sehestedter Bürger, aber auch an Nicht-Sehestedter Gäste,. verkauft werden. Für den innerörtlichen Transport der Bäume bis vor die heimische Haustür der Käufer sorgten einmal mehr der frühere Dorf-Arzt Wolfgang Rumpf und die Mitglieder des Öltimer-Traktoren-Clubs mit ihrem Chef Bruno Dohrn.
Die Baumtransporter (von links): Bruno Dohrn, Willi Koop und Rüdiger Sell
Begleitet wurde die Veranstaltung durch ein kleines Konzert der Sehestedter Kindergartenkinder, einmal mehr engagiert organisiert von Monica Metzger.
Schöne Weihnachtslieder sangen die Kindergarten-Kinder mit Monica Metzger (rechts)
Bürgermeister Jürgens-Wichmann war überaus zufrieden mit dem Erfolg des Verkaufs und gab auch bekannt, dass der diesjährige Erlös den Öltimern und den beiden Angelvereinen in der Gemeinde zugutekommen würde. Und natürlich soll es auch 2022 wieder einen Weihnachtsbaumverkauf in Sehestedt geben. whe
In Schleswig-Holstein gibt es verschiedene Wege zur Impfung: In den Arztpraxen, mit Terminbuchung in den Impfstellen und über offene Angebote. Am Donnerstag, 2. Dezember 2021, startet die Terminbuchungsmöglichkeit für die Impfstellen auch für unter 60-Jährige. Bereits seit dem 25. November ist die Terminbuchung für Bürgerinnen und Bürger ab 60 Jahren freigeschaltet. In den Impfstellen können Termine für Erst-, Zweit-, oder Auffrischimpfungen gebucht werden. Bei einer Auffrischimpfung soll der Abstand vom gebuchten Termin zur Grundimmunisierung in der Regel sechs, aber mindestens fünf Monate betragen. Wer mit dem Einmal-Impfstoff von Johnson & Johnson geimpft wurde, sollte 28 Tage nach dieser Impfung einen Termin für eine Impfung mit einem mRNA-Impfstoff wahrnehmen, um den Schutz der Grundimmunisierung zu optimieren.
Geimpft wird in den Impfstellen mit dem mRNA-Impfstoff von Moderna. Dieser ist ab einem Alter von 12 Jahren zugelassen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Verwendung erst ab 30 Jahre. Für Personen, die unter 30 Jahre alt sind, ist die Verwendung jedoch nach individueller Entscheidung und ärztlicher Aufklärung auch in den Impfstellen möglich.
Der Impfstoff von BioNTech, der genauso gut geeignet ist, um Erst-, Zweit- oder Drittimpfungen vorzunehmen und der auch für Menschen unter 30 Jahren durch die Stiko empfohlen wird, ist aktuell aufgrund einer Kontingentierung durch das Bundesgesundheitsministerium nur begrenzt verfügbar. Gesundheitsminister Heiner Garg hatte deshalb am 22. November gemeinsam mit den Gesundheitsministerinnen und Gesundheitsministern der anderen Länder den Bund nachdrücklich aufgefordert, hier schnell Abhilfe zu schaffen und neben dem Impfstoff von Moderna auch wieder BioNTech-Impfstoff zur Verfügung zu stellen
Gebucht werden kann weiterhin über die Seite www.impfen-sh.de . Bislang erfolgten für die 26 Impfstellen im Land über 80.000 Terminbuchungen für die Gruppe der Menschen ab 60 Jahren (Stand 1.12.).
Termine können zunächst bis einschließlich Februar gebucht werden. Es können nur Einzeltermine gebucht werden. Personen, die keinen Internetzugang haben, wird empfohlen, sich beispielsweise über Nachbarn, Familie oder Freunde unterstützen zu lassen oder alternativ bei einer Hausarztpraxis einen Termin zu vereinbaren. Bei Schwierigkeiten wird zudem Hilfe unter der Telefonnummer 0800 455 655 0 angeboten.
Falls alle Termine vergeben sein sollten, wird es wie auch im Sommer eine Registrierungsmöglichkeit geben, bei der registrierte Personen automatisch einen Termin erhalten, sobald dieser verfügbar ist. Niemand muss also wiederholt in kurzen Abständen die Seite aufrufen. Entweder man bucht seinen Wunschtermin direkt, oder – für den Fall, dass zunächst keine freien Termine verfügbar sind – man registriert sich einmalig und erhält bei Verfügbarkeit einen Termin zugewiesen.
Insgesamt stehen bis Ende Februar zunächst 500.000 Termine im Buchungssystem zur Verfügung. Umfangreiche Informationen inklusive Fragen und Antworten finden Sie unter www.impfen-sh.de
Impfquoten und Hintergrund
In Schleswig-Holstein sind aktuell (Stand 1. 12.) 75,4 Prozent aller Menschen mindestens einmal geimpft, vollständig geimpft sind 72,8 Prozent und eine Auffrischungsimpfung haben 12,6 Prozent der Menschen erhalten. Bei den über 18-Jährigen sind bereits 87,4 Prozent einmal und 84,7 Prozent vollständig geimpft. Schleswig-Holstein bewegt sich bei den Impfquoten weiter in der Spitzengruppe der Länder.
Um die hohe Nachfrage bei Auffrischimpfungen sowie Erst- und Zweitimpfungen zu bedienen, hatte Schleswig-Holstein das Impfangebot erweitert. Land, Kommunen und Kassenärztliche Vereinigung haben zusätzlich zum bestehenden Impfangebot bei den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten und den offenen Impfaktionen mit mobilen Teams neue stationäre Impfstellen mit Terminbuchungsmöglichkeit auf den Weg gebracht.
Unter Beachtung strenger Corona-Regeln konnte am 27. November 2021 erstmals das inzwischen schon traditionelle Weihnachtsbaum-Anleuchten wieder in Sehestedt veranstaltet werden. Gut 50 Sehestedter Bürger nahmen an der schönen Feier vor dem Kanal-Treff teil.
Bürgermeister Torsten Jürgens-Wichmann freute sich, über den Zuspruch der Bürger zum Weihnachtsbaum-Anleuchten. „Es ist toll, dass wir erstmals wieder zu diesem Anlass zusammenkommen können“, so der Bürgermeister und ließ in der Ansprache dann kurz das laufende Jahre revue passieren. Vor allem bedankte er sich bei den Beteiligten, die dieses Zusammentreffen erst ermöglicht hätten.
Bürgermeister Torsten Jürgens-Wichmann spricht
Für den Transport und das Aufstellen des riesigen Weihnachtsbaumes sorgten einmal mehr die ÖlTimer, der Traktoristenverein mit seinen rührigen Mitgliedern, die den Baum aus dem Brekendorfer Forst nach Sehestedt transportiert und aufgerichtet hatten. Dank gebührte auch dem Team vom Sehestedter Imbiss, das erfolgreich Sorge trug, ausreichend Bratwürstchen und lecker Punsch verfügbar zu haben.
Der Sehestedter Posaunenchor spielt Weihnachtslieder
Besonders erwähnte Jürgens-Wichmann aber auch den Sehestedter Posaunenchor, der die Veranstaltung mit schöner weihnachtlicher Musik begleitete.
Gemütlich sitzen in den Sehestedter Kojen
Es war eine überaus gelungene Veranstaltung, die trotz zu beachtender Corona-Restriktionen den Teilnehmern viel Freude bereitete und so es irgendwie geht, auch im kommenden Jahr wieder organisiert werden sollte. whe
Rot, glänzend und geschmückt präsentierte sich LF 10 kürzlich der Öffentlichkeit. Für den großen Tag hatten die Männer einige Tage zuvor extra zu Schwamm und Lappen gegriffen. Und so strahlte es förmlich – auch über die lobenden Worte von offizieller Seite. Und mit ihm die Freiwilligen der Feuerwehr Sehestedt.
Übernommen hatten sie es schon vor einiger Zeit (sehestedt.de berichtete darüber), aber Corona machte es erst jetzt möglich, das neue Löschfahrzeug den Bürgern der Gemeinde zu präsentieren, erklärte Bürgermeister Torsten Jürgens-Wichmann. Er hatte einen großen, hölzernen Schlüssel dabei, den er an Wehrführer Christian Gothmann überreichte, der den symbolischen Türöffner an den stellvertretenden Gerätewart Christian Wehnsen weitergab, denn Gerätewart Sven Hennings war an diesem Tag verhindert.
Das neue Fahrzeug vor dem Gerätehaus in Sehestedt.
Das Feuerwehrorchester Borgstedt spielte flotte Melodien, Kanalprinzessin Katrin Naeve war gekommen, Holger Petersen grillte fleißig Bratwurst und auf dem Parkplatz am Feuerwehrgerätehaus hatten sich zahlreiche Bürger eingefunden. Doch vor Gesprächen und Grillwurst gab es Gratulationen und Geschenke.
Wehrführer Christian Gothmann mit Kanalprinzessin Katrin Naeve vor dem neuen Löschfahrzeug
„Dies ist ein Spitzenfahrzeug“, betonte Bürgermeister Wichmann. „Es ist nicht von der Stange, sondern für die Bedürfnisse der Wehr angefertigt worden.“ Schließlich hatten die Kameraden keine Zeit und Mühen gescheut, um das richtige Fahrzeug für die Gemeinde zu finden. LF steht für Löschfahrzeug. LF 8 war in die Jahre gekommen. Glänzende Augen bekam Kirill Schröder vom Kreis, als er die Möglichkeiten des neuen Fahrzeuges schilderte. „Wir hatten Leiterkunde“, erzählte er. „Ich stand und wartete, dass die Leiter vom Dach heruntergereicht wird.“ Doch das ist nicht mehr nötig. Vom Boden aus lässt sich die Leiter auf Knopfdruck herunterfahren.
Bürgermeister Torsten Jürgens-Wichmann überreicht den symbolischen Schlüsseln an Gemeindewehrführer Christian Gothmann
Kreispräsidentin Juliane Rumpf, Kreisbrandmeister Mathias Schütte, Amtswehrführer Frank Schröder und Pastorin Johanna Zedlitz – sie alle betonten, wie wichtig das freiwillige Engagement der Wehrleute für die Gemeinde ist. „Ihr seid Vorbilder, weil ihr eure Zeit und Kompetenz in den Dienst der Gemeinschaft stellt“, erklärte Juliane Rumpf. Kirill Schröder fügte seinen guten Wünschen hinzu: „Kommt immer wieder gesund von euren Einsätzen zurück“. Und Pastorin Zedlitz segnete die Kameraden und Kameradinnen für ihre nicht immer ungefährlichen Aufgaben.
Gemeindewehrführer Christian Gothmann gibt den symbolischen Schlüssel an den stellvertretenden Gerätewart Christian Wehnsen weiter
Allerdings brauchen sie dringend Nachwuchs. Mit einem modernen Fahrzeug allein ist es nicht getan, es sind Menschen nötig, die es fahren und die Technik bedienen. Von der konnten sich die Gäste an diesem Tag ein Bild machen, während sie auf Einladung der Gemeinde aßen und tranken.
Öltimer-Chef Bruno Dohrn konnte kürzlich das fünfzigste Mitglied in den Reihen der Sehestedter „Traktoristen“ aufnehmen. Imbiss-Chef Holger Petersen, bislang noch ohne Traktor, ist nun der jüngste „Öltimer“, eine Gemeinschaft, die sich erst vor wenigen Jahren in Sehestedt gebildet hat.
„Ich finde es wichtig“, so Holger Petersen, „diese Gemeinschaft zu unterstützen“. Deren ehrenamtliches Engagement in der Gemeinde hätte ihn letztlich zum Beitritt bewogen, obschon er selbst – wie andere Öltimer auch – nicht über einen eigenen Traktor verfügt. „Aber das lässt sich ja ändern“, freut sich Bruno Dohrn.
Das „Herz“ der Öltimer: Traktoren. Foto: Sabine Sopha
Tatsächlich ist das ehrenamtliche Engagement der Öltimer bemerkenswert. Kaum eine Veranstaltung im Dorf, die nicht von ihnen unterstützt oder gefördert wird. Beachtlich sind auch die Ausfahrten der fröhlichen Traktorentruppe, die regelmäßig im Sommerhalbjahr veranstaltet werden. Im Sommer 2022 soll es sogar nach Lohmen in Mecklenburg-Vorpommern gehen, dem Patenort der Kanalgemeinde. „Zwei Tage werden wir für die knapp 240 Kilometer wohl brauchen“, so Bruno Dohrn, „aber kein Problem, irgendwo rund um Lübeck werden wir einen Übernachtungsstop einlegen.“
Der offizielle Gemeindekalender
Bürgerbeteiligung: Bebauungsplan Nr. 8; Wohngebiet Sehestedt-Süd
Die Sehestedter Bürger können sich über nachfolgenden Link an dem Projekt Bebauungsplan Nr. 8/Wohngebiet Sehestedt-Süd beteiligen: Link