Romantika: Heute am Kanal

Nach zwei Jahren ist es endlich wieder so weit: Heute Abend (Sonnabend, 3. September 2022) findet das Lichterfest am Kanal statt. In Sehestedt gibt es ein buntes und besonderes Programm zur NOK-Romantica.

Es wird auch königlicher Besuch anwesend sein – eingeladen wurden die Wollkönigin aus Lohmen, die Rapsblütenkönigin aus Gettorf und die Kohlkönigin aus Dithmarschen. Schließlich wird eine neue Kanal-Königin gekürt.

Leuchtender Höhepunkt ist dann sicherlich die Laser-Show, die Imbiss-Wirt Holger Petersen organisiert hat. Bereit 2018 zauberten die Macher viele Sehestedt-Motive an den nächtlichen Himmel.

In und um den Imbiss herum wird auf der Nordseite viel los sein. sab

Programm

17 Uhr
Eingeläutet wird die Feier im Freizeitparkt mit dem Konzert des Projektes „Musikkanal 75.3 Sehestedt) LINK

ca. 18 Uhr
Ansprache des Bürgermeisters am Kanal-Treff

ca. 19.15 Uhr
Ernennung der Kanalkönigin durch den Bürgermeister, Wahl bzw. Ernennung der Kanalprinzessin

ab ca. 19.45 Uhr
Live-Musik der Hörbie Schmidt Band „Rocking The Blues”

Ca. 21 Uhr
Laser-Überraschungs-Show und Flammenwerfer

Premiere: Musikkanal 75.3 in Sehestedt

Sehestedter musizieren für Sehestedter. Unter diesem Motto steht das Projekt der Kreiskultur, an dem seit Februar gearbeitet wird. Mit dabei: ein elfköpfiger Chor, eine fünfköpfige Band und eine engagierte Chorleiterin. Am heutigen Sonnabend, 3. September 2022, ist nun die Premiere – um 17 Uhr im Freizeitpark. Eingängige Lieder zum Mitsingen garantiert.

Klaus-Dieter Wehnsen und Stephanie Wehnsen musizieren seit Langem. Mit 12 Jahren hat Klaus-Dieter mit dem Gitarrenspiel begonnen, später Posaune gespielt. Warum er bei dem Projekt „Musikkanal 75.3 Sehestedt“ mitmacht? „Weil ich Musiker bin“, sagt er. Ganz einfach. Stephanie hat in der Schulzeit musiziert, später Saxophon im Orchester gespielt, dann gesungen. „Eine tolle Stimme“, schwärmt Rita Koop von Stephanies Solo.

Klaus-Dieter Wehnsen. Fotos: Sopha, privat

Es wird ein buntes Programm sein, das heute im Freizeitpark erklingt. Ein Programm mit Anspruch. Nicht ganz einfach ist zum Beispiel der Rap „Am Meer“ von den Fantastischen Vier. Bei der Generalprobe am Mittwoch in der Heuherberge Naeve war Claudia Piehl zufrieden. „Großes Lob, fast auswendig!“

Stephanie Wehnsen

Auswendig singen – das ist eine große Herausforderung, so Gerald Röhrbein. Er und seine Frau Angela haben im Sehestedter Kirchenchor gesungen, bis dieser dann vor einiger Zeit aufgelöst wurde. „Lampenfieber habe ich nicht“, sagt Röhrbein. „Aber es nicht ganz einfach, weil wir auf der Bühne keinen Chorleiter haben werden.“

Die Mitglieder des Chors

Gerald Röhrbein

 Alexandra Koop, Rita Koop, Sylvia Jelen, Stephanie Wehnsen, Ingeborg Freerksen-Hennings, Angela Röhrbein, Gerald Röhrbein, Kerstin Flamminger, Sven Volkmann, Lea Volkmann, Marie Volkmann

Die Einsätze wird dann wohl Schlagzeuger Markus Zell geben. Zur Band gehören außerdem Wolfgang Rumpf (Gitarre), Matthias Flemmiger (Keyboard) und Julia Schäfer (E-Bass). „Ich habe früher in der Schul- und Uni-Band gespielt“, erzählt sie. „Seit ich in Sehestedt bin, habe ich nach einer Gelegenheit zum Musizieren gesucht und bin jetzt froh, dass es das Projekt gibt.“

Bürgermeister Torsten Jürgens-Wichmann ist ebenfalls von dem Projekt im Rahmen der Kreiskultur begeistert.

Kreiskultur: Link

Julia Schäfer

„Von Pop bis Shanty – erwartet Euch ein Potpourri verschiedenster Lieder mit bester musikalischer Begleitung“ wirbt er für den Besuch des Konzerts. Eines ist wohl sicher. Spätestens wenn der Sehestedt-Song erklingt, werden alle mitsingen: „Wir sind verbunden trotz Kanal!“ Sabine Sopha

Sehestedt-Song

Endlich wieder „Vogel“ schießen

Es war ein wunderschönes Fest. Herrlicher Sonnenschein, 71 aktive Kinder und rund 270 weitere Gäste machten das diesjährige Vogelschießen am 20. August zu einem richtig tollen Erlebnis. Viele Eltern hatten mitgeholfen, um das traditionelle Kinderfest überhaupt möglich zu machen, das von der Interessengemeinschaft für Kinderfest veranstaltet worden ist.

Der Umzug durchs Dorf

Nachdem es zwei Jahre wegen der Corona-Pandemie ausfallen beziehungsweise nur in sehr eingeschränkten Rahmen organisiert werden konnte, war es diesmal wieder rund um mit allen Spielen und Aktivitäten veranstaltet worden.

Mit dem Traktor auf die Fähre

So fand auch einmal mehr der traditionelle Umzug im gesamten Dorf statt und in sechs Gruppen wurden die Könige und Königinnen ausgespielt. Um 17 Uhr wurden schließlich die Preise vergeben, was Dank der Spenden der Sehestedter von insgesamt rund 1700 Euro richtig großzügig gemacht werden konnte. Dank gebührt daher vielen Menschen im Ort die das schöne Fest organisiert und durchgeführt haben, darunter auch viele Jugendliche, die das Kinderschminken und die Spiele unterstützt hatten.

Auf den „Vogel“ schießen
Spiele ohne Ende
Gemütlich beisammen sein

Klar dürfte sein, dass es 2023 wieder ein Kinder-Vogelschießen geben wird, so die Umstände es zulassen. whe/Redaktionelle Mitarbeit: Monica Metzger

Mit allem was rollt: Auf nach Lohmen zum Patenschafts-Jubiläum

Es gab etwas zu feiern. 795 Jahre Lohmen und 30 Jahre Patenschaft mit Sehestedt. Versteht sich, dass zu diesem Anlass etliche Gäste aus der Kanalgemeinde nach Mecklenburg-Vorpommern reisten. „Toll war es“, lautete anschließend das einhellige Urteil. In einem Bus und mit etlichen Traktoren – so reisten die Sehestedter in ihre Partnergemeinde. Der Trecker-Treck mit den ÖlTimern war ein besonderer Höhepunkt. Minutiös hatte der Vorsitzende Bruno Dohrn alles geplant.

Außerdem begaben sich am Sonnabend knapp 40 Sehestedter in einem Bus auf die Reise. „Außer gute Laune brauchten sie nichts mitzubringen“, erklärt Bürgermeister Torsten Jürgens-Wichmann. Vom Imbiss gab es Verpflegung für alle („auch Kurze“, so Jürgens-Wichmann mit einem Augenzwinkern). Auch Kanalkönigin Katrin Naeve war mit von der Partie. „Ich war überrascht, dass so viele junge Leute dabei waren“, freut sich Jürgens-Wichmann.

Punkt elf Uhr erreichten die Sehestedter den Marktplatz von Lohmen. Die Sehestedter Kanalkönigin und die Lohmener Wollkönigin eröffneten die Feierlichkeiten und dann ging es Schlag auf Schlag. Auf dem Platz waren Stände mit Kunsthandwerk aufgebaut, am Nachmittag stieg eine Motor-Stunt-Show. Das Wetter war bestens, die Stimmung hervorragend. Am Abend wurde in der Festhalle eine Bilder-Show zur Partnerschaft gezeigt, anschließend ausgiebig in der Festscheune geschwoft „Es war brechend voll. Das war Spitze“, schwärmt Sehestedts Bürgermeister.

Er hatte zuvor auf der Motor-Stunt-Show großen Mut bewiesen. Gesucht wurde ein Freiwilliger, der auf einem Quad Platz nimmt, das dann akrobatisch auf den Hinterrädern unterwegs war. Die Hauptattraktion war der Sprung von einem Motorradfahrer über zwei Trecker – vier Meter in der Höhe und 28 Meter in der Breite galt es zu überwinden.

Andrang in der Festscheune.

180 Bilder ließen die 30-jährige Partnerschaft der Gemeinden Revue passieren. Gezeigt wurden sie vor geladenen Gästen in der Festhalle. Sie erinnerten daran, dass die Lohmener Line Dancer auf der Sehestedter Fähre ein Tänzchen wagten. Oder an Freundschaften wie die von Ehrenbürgermeisterin Rita Koop und ihrem Mann mit Gudrun und Hartmut Hassel aus Lohmen.

Partnerschaft Sehestedt-Lohmen: Link

In der Festhalle: Königinnen und Bürgermeister.

Die Lohmener erwiesen sich als gute Organisatoren. Ab 24 Uhr hatte Lohmens Bürgermeister Bernd Dikau einen Shuttle zu den Unterkünften organisiert. Untergebracht waren die Gäste in Ferienhäusern und im Hotel. „Die Übernachtungskosten wurden von der Gemeinde übernommen“, so Jürgens-Wichmann, der sich über die großartige Gastfreundschaft freute. Am Sonntagmorgen gab es in der Festscheune ein Frühstück für die Gäste, bevor diese zurückfuhren.

Mutiger Bürgermeister: Torsten Jürgens-Wichmann in Mikes Stuntshow. Fotos/Video: Sopha, Henze, privat

Trecker-Treck nach Lohmen und zurück

Bereits am Donnerstagmorgen waren die ÖlTimer gen Lohmen aufgebrochen. „Es war eine geile Tour bis zum Schluss. Technisch alles glatt gegangen“, schwärmt Rüdiger Sell. Allerdings gab es zwei Wermutstropfen. Und dazu zählte nicht der Regenschauer, der in Nortorf über die Traktoristen niederging. Aber die Männer waren vorbereitet, besonders jene, die auf ihrem Gefährt kein Dach über dem Kopf hatten: Schnell schlüpften sie in Regenzeug und Gummistiefel.

Präsentation der Sehestedter Traktoren.

In Krummesse machten sie bei einem Italiener Halt, ansonsten gab es einen Stopp, wenn sich ein Parkplatz dazu anbot. Ihn Lohmen wurden die Fahrer in der Jugendherberge untergebracht, direkt hinter der Festscheune. Mit ihren Traktoren waren sie eine Attraktion während der Feierlichkeiten. „Es war gut, dass wir unsere Kutsche mithatten“, erzählt Rüdiger Sell. Denn immer wieder kamen Kinder und baten „Fahrt ihr noch mal?“. Am Sonntag kutschierten sie dann Ukrainerinnen um den Lohmener See. Die Gemeinde hatte Flüchtlinge aus den umkämpften Gebieten aufgenommen.

Vor der Rückfahrt wurden die Traktoren am Lohmener Recyclinghof vollgetankt. Wieder fuhren zwei Trecker hintereinander, dazwischen gab es eine Lücke für überholende Autos. So eine Fahrt ist nicht ganz ohne. Davon konnte sich Sabine Sopha vom Sehestedter Redaktionsteam überzeugen. Eigentlich hatten sie und Wolfgang Henze die ÖlTimer begleiten wollen. Doch eine Erkrankung machte ihnen einen Strich durch die Rechnung.

Das Video

Aber den ersten Kilometer durchs Dorf und über die Fähre nahm die Autorin hinter Gerd Thode auf dem roten Porsche-Trecker Platz. Schon der Aufstieg erfordert Gelenkigkeit. Und oben in luftiger Höhe werden Fahrer und Beifahrer ganz schön durchgeschüttelt. Auf diese Weise gut 260 Kilometer zurückzulegen, verdient Anerkennung.

Herzlicher Abschied Foto: Alexandra Koop

Auf der Rücktour kurz vor Neumünster passierte es dann. Bei einer Pause mitten im Wald klagte Bruno Dohrn über Übelkeit. Die ÖlTimer handelten sofort und riefen einen Krankenwagen. Der brachte den Patienten nach Bad Segeberg ins Krankenhaus. Herzinfarkt lautete die Diagnose. Inzwischen geht es dem Vorsitzenden der ÖlTimer wieder gut.

Bruno Dohrn ist wieder fit.

Das Fazit

Trotz dieses Zwischenfalls schwärmen die Sehestedter noch immer von den Feierlichkeiten.  „Was Lohmen da auf die Beine gestellt hat ist für uns eine Herausforderung“, sagt Torsten Jürgens-Wichmann. Denn zum 35-jährigen Bestehen der Partnerschaft in 2027 sind die Lohmener in die Kanalgemeinde eingeladen. Und dann wollen die Sehestedter beweisen, dass sie auch ein tolles Event auf die Beine stellen können.

Prinzessin gesucht!

Seit fünf Jahren agiert Sehestedt in der royalen Liga. Seitdem gibt es nicht nur eine Raps-, Kohl- oder Lamm-Königin in Schleswig-Holstein sondern auch eine Kanal-Königin. Die erste war 2017 Katrin Naeve. Und seit drei Jahren gibt es auch eine Kanalprinzessin. Denn die königlichen Aufgaben sind vielfältig und die Repräsentantinnen der Kanalgemeinde waren bisher jugendlich. So konnten sie sich die Arbeit teilen.

Momentan ist wieder Katrin Naeve die Königin. Sie hat die Gemeinde zum Beispiel auf der Grünen Woche in Berlin gut vertreten. Aber ihre Amtszeit geht im September zu Ende. Dann rückt Prinzessin Liesa Schäfer nach auf den königlichen Posten und es wird eine neue Prinzessin gekürt.

Bei der NOK Romantica, die in diesem Jahr am Sonnabend, 3. September, stattfindet, wird es so weit sein: Dann entscheiden die Sehestedter, wer ihre neue Prinzessin wird und „dann wird sie inthronisiert werden“, so Bürgermeister Torsten Jürgens-Wichmann. Jetzt werden noch Bewerberinnen gesucht. Sie sollten mindestens 15, aber höchstens 30 Jahre alt sein. Es geht nicht darum, wer die Schönste ist. Die Bewerberinnen sollten stattdessen ein wenig über ihre Gemeinde wissen. Und Spaß daran haben, in einem schönen Kleid mit anderen Hoheiten und Politikern für Sehestedt zu werben.

Königliche Plaketten.

Von den zahlreichen Kontakten zeugen die vielen Sticker, die Katrin Naeve im Laufe ihrer „Amtszeit“ gesammelt hat. Und vielleicht werden einige andere Hoheiten bei der Romantica in Sehestedt dabei sein. „Unter anderem die Kohlkönigin aus Dithmarschen und die Rapskönigin aus Gettorf bekommen Einladungen zur Romantica“, verrät Torsten Jürgens-Wichmann.

Schriftliche Bewerbung bei Bürgermeister Torsten Jürgens-Wichmann mit Foto und einem kurzen Schreiben über die Beweggründe. Bewerbungsschluss ist Montag, 15. August 2022.

Sehestedts erste und amtierende Kanal-Königin Katrin Neve mit Ehren-Bürgermeisterin Rita Koop.

Herzlich willkommen: Das Dorfmuseum ist wieder geöffnet

Lange war es still im Haus der Geschichte. Erst Corona und dann ein Wasserschaden. Darum war das Dorfmuseum lange geschlossen. Aber ab diesem Wochenende (9. und 10. Juli 2022) ist es wieder regelmäßig geöffnet.

In den Räumen oberhalb des Sehestedter Pastorats befindet sich eine kleine, aber feine Ausstellung zur Geschichte des Dorfes. Während der Corona-Einschränkungen war eine Öffnung kaum möglich. Das bedeutet aber nicht, dass der Förderverein untätig war. 

Wer jetzt auf die Homepage (Link) geht, wird sehen, dass sich einiges getan hat. Denn es gibt eine Arbeitsgruppe unter Professor Karl-Heinrich Pohl. „Unser Ziel es ist, das Museum digital und modern aufzustellen“, so der Historiker, der dafür mit der Arbeitsgruppe ein Konzept erarbeitet hat.

Info Tafel zum Nord-Ostsee-Kanal. Fotos: Sabine Sopha

Da ist als erstes die Homepage zu nennen. Mit professioneller Unterstützung von Regional Digital Schleswig-Holstein (Link) wurde eine neue Internetseite erstellt, die eng verknüpft sein wird mit den Hinweis-Steinen, die im Dorf verteilt sind. Sie sollen jeweils einen QR-Code erhalten, der die Nutzer dann auf kurze Texte der Museums-Page führt. 

Die ersten Texte sind bereits entstanden. Weitere werden folgen. Die Rubriken sollen dann um Hintergrund-Material ergänzt werden. So werden Interessierte auch außerhalb der Wochenend-Öffnungszeiten die Möglichkeit haben, sich einen Überblick zu verschaffen.

Es gibt noch viel zu tun. Etliche Kapitel des Dorfes müssen bearbeitet werden: der Kanal, die Kirche, die ehemalige Backstube und heutigen Naturfarben. Zudem warten zahlreiche Materialen darauf, digitalisiert und so einem breiten Publikum zugänglich gemacht zu werden – auch bei einem Besuch im Museum, die Hardware dafür ist bereits vorhanden. Wer Interesse hat, ist bei der Arbeitsgruppe herzlich willkommen.

„Wir können Verstärkung gebrauchen – Menschen, die gerne mit anderen schnacken, die selber mehr über ihr Dorf erfahren möchten und dann Wissen weitergeben“, sagt Alexandra Koop, Vorsitzende des Fördervereins. Es werden auch Leute benötigt, die an den Wochenenden während der Öffnungszeiten anwesend sind und Fragen beantworten.

„Das Dorf hat eine abwechslungsreiche und interessante Geschichte“, so Sabine Sopha, stellvertretende Vorsitzende des Vereins. „Es gibt viele Details zu entdecken – unter anderem auf den historischen Aufnahmen, die das Museum besitzt“. Diese müssen zum Beispiel nach Themengebieten sortiert und digitalisiert werden.

Wer mitarbeiten möchte, kann sich an Alexandra Koop (alexandrakoop at web.de) oder Karl-Heinrich Pohl (pohl at histosem.uni-kiel.de) wenden.

Auf zur Patenstadt: Mit Traktoren reisen

Bruno Dohrn und Gerd Thode lieben es langsam. Sie sind Fans von Oldtimer-Treckern. Für ihre Gefährte haben sie jeweils einen Anhänger gebaut, in dem sie schlafen können. Damit werden sie am 8. Juni auf große Fahrt gehen. Begleitet werden sie von zahlreichen weiteren Trecker-Fans. Ihr Ziel ist Sehestedts Partnergemeinde Lohmen.

Es soll eine große Feier werden. Nach zwei Jahren Corona-Pause gibt es wieder ein Treffen der Partnergemeinden Sehestedt und Lohmen in Mecklenburg-Vorpommern. Das haben die „Öltimer“ als Anlass für eine Trecker-Tour genommen.

Bruno Dohrn mit seinem Traktor im Miniformat.

Seit 1990 besteht zwischen den Gemeinden Sehestedt (Schleswig-Holstein) und Lohmen (Mecklenburg-Vorpommern) eine Partnerschaft, die mit gegenseitigen Besuchen intensiv gepflegt wird. Corona erforderte eine Pause. Aber am Wochenende 11./12. Juni gibt es eine Feier in Lohmen, zu der die „Öltimer“ mit ihren Traktoren anreisen und zahlreiche Sehestedter in einem Bus.

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25 Jahre Partnerschaft Sehestedt-Lohmen: Landeszeitung

Lohmen in Sehestedt zu Gast:

Den Oldimer-Club der Sehestedter Traktorfans gibt es seit neun Jahren. Seit 2019 sind sie ein eingetragener Verein unter dem Namen „Öltimer“. Der Verein hat 53 Mitglieder. „Der Besitz eines Treckers ist keine Voraussetzung für die Mitgliedschaft, viele sind passive Unterstützer“, erklärt der Vorsitzende Bruno Dohrn. Die Mitglieder kommen auch aus Owschlag, Blickstedt, Preetz, Owschlag und Regensburg. Jeden dritten Freitag im Monat treffen sie sich im Vereinsheim bei Bruno Dohrn.

.…und hier Bruno Dohrns Hanomag in groß.

Er selbst fährt einen roten Hanomag R35, den er „vor acht oder neun Jahren“ in Haby gekauft hat. Bei der Tour nach Lohmen hat er noch einen ebenso roten Anhänger dabei. Gefunden hat er ihn über das Internet. 300 Euro hat Bruno Dohrn für den ehemaligen DDR-Feuerwehranhänger bezahlt. Gemeinsam mit Gerd Thode – ebenfalls Trecker-Fan und stellvertretender Vorsitzender der „Öltimer“ – hat er ihn aus Sachsen geholt. „Die Tour war teurer als der Anhänger.“ In seiner Werkstatt hat er den Hänger verlängert und ausgebaut.

Der 70-Jährige ist spät zu seinem Hobby gekommen, da hatte er die 50 schon überschritten. Inzwischen hat Sehestedt durch sein Engagement und das der übrigen Mitglieder einen tatkräftigen Verein erhalten. „Brunos Trecker-Schloss“ verkündet ein Schild über der Werkstatt, die neben dem Clubheim der „Öltimer“ auf seinem ehemaligen Bauernhof liegt. Hier hat es nach Corona zwar wieder die ersten Treffen gegeben, aber noch ist der Verein nicht zu alter Form aufgelaufen, bedauert Dohrn.

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Mit fünf Treckern werden die „Öltimer“ jetzt auf große Fahrt gehen. Es ist nicht das erste Mal, dass sie mit ihren alten Zugmaschinen auf der Landstraße unterwegs sind. 260 Kilometer lang ist die Reise dieses Mal. Der Sehestedter hat vorher die Route abgefahren. Begleitet werden die „Öltimer“ von fünf Fahrzeugen des Oldtimerclubs Norby und Umgebung. Außerdem machen sich sechs Trecker aus Eckernförde unabhängig und mit Wohnwagen auf den Weg.

Gerd Thode vor seinem „Caravan“.

Am Donnerstag, 9. Juni, um 8 Uhr wird gestartet. Immer auf Landstraßen. Erst bis Neumünster und vor dort über Klein Kummerfeld, Wahlstedt, Altenweide und Barnitz bis zum Landhaus Klempau in Krummesse (Kreis Herzogtum Lauenburg). Die Eckernförder übernachten in ihren Wohnwagen, drei der Sehestedter im Landhaus. Doch Bruno Dohrn und Gerd Thode verlassen ihre Fahrzeuge auch in der Nacht nicht.

Im Anhänger von Bruno Dohrn finden ein einfaches Bett, Schränkchen und eine Kühlbox mit Stromanschluss Platz. „Für die ganz wichtigen Getränke“, erklärt er mit einem Augenzwinkern. Gerd Thode schläft auf dem Dach seines Anhängers. Auf die Idee kam er, als er einen VW-Bus mit Dachzelt sah. „Geile Sache“, lautete sein Urteil und kurz darauf war sein Anhänger entsprechend ausgerüstet. Das Zelt ist in zehn Minuten aufgefaltet und über eine Leiter zu erreichen. Thode und seine Frau haben einmal auf einem Campingplatz übernachtet. „Da sind wir bestaunt worden“, erinnert er sich.

Gemählich voran

Gerd Thode fährt einen knallroten Porsche-Trecker mit ebenso knallrotem Anhänger. Sein Porsche hat 40 PS und kann wie der Hanomag R35 von Bruno Dohrn treckerübliche 25 Kilometer pro Stunde zurücklegen. Den Anhänger hatte er ebenfalls über das Internet entdeckt. „In Görlitz wurden zwei Feuerwehranhänger versteigert“, erinnert er sich. Er hat mitgeboten und bekam für einen den Zuschlag.

„Ich habe das alte Feuerwehr-Rot entfernt“, berichtet er weiter und den Anhänger dann im selben Rot wie den Porsche-Trecker lackiert. Im Innern sind jetzt Utensilien untergebracht, die die Trecker-Freunde während ihrer Touren benötigen – wie zum Beispiel Getränke. Wo auch immer er mit seinem Gefährt auftaucht, sorgt er für Aufmerksamkeit. „Das Gespann ist ein Magnet.“

Am zweiten Tag der Tour sind die Trecker ebenfalls wieder um 8 Uhr am Start. Einen Teil der Strecke wird sogar … mitfahren. Über Ratzeburg und Mustin geht es bis Dechow. Von dort nach einer Pause weiter über Gadebusch, Grambow und Schwerin nach Pinnow. Nach einer Mittagspause im Gasthaus Petersberg folgt dann die letzten 50 Kilometer bis Lohmen, für die sie schätzungsweise gute zwei Stunden benötigen werden. „Autofahrer, die und entgegenkommen, sind freundlich“, schmunzelt Gerd Thode. „Die anderen oftmals genervt.“

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Lohmen feiert Dorffest mit Städtepartnerschaft: SVZ

Die Geschichte Lohmens: Lohmen-mv.de

„Lohmen feiert gern“, stellt Bürgermeister Bernd Dikau auf der Internetseite der mecklenburgischen Gemeinde fest. Gründe für das Fest am Sonnabend, 11. Juni, gibt es gleich drei:  795 Jahre Lohmen, 30 Jahre Partnerschaft mit Sehestedt und 10 Jahre UKA Lohmen (Umweltgerechte Kraftanlagen).

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Das Programm der Feier: Lohmen-mv.de

Am Sonntagmittag startet der Bus mit den Sehestedter Gästen wieder gen Norden. Die Trecker-Fans planen noch die Besichtigung des Agroneums Alt Schwerin (Landwirtschaftsmuseum), bevor sie ganz langsam Richtung Heimat rollen.

Klassiker-Treff in Sehestedt: 4650 Euro für das Hospiz Dänischer Wohld 

Eine private Initiative mit großem Erfolg. Rund 60 Old- und Youngtimer kamen zum Klassiker-Treffen nach Sehestedt, noch mehr Besucher und am Ende wurde symbolisch eine Spende von 4650 Euro an den Hospiz Dänischer Wohld überreicht.

Der Kieler Bauunternehmer Jan Karstens hatte die Idee zu der Veranstaltung „Klassiker treffen Klassiker“. Tatkräftige Unterstützer fand er bei den „Öltimern“, bei Holger Petersen vom Imbiss und der Gemeinde Sehestedt, außerdem bei zahlreichen Unternehmen der Region, die die Veranstaltung als Sponsoren unterstützten. Bei strahlendem Sonnenschein kamen rund 100 Oldtimer nach Sehestedt ­–Käfer und Bullis, Mercedes‘ und Enten, Trecker in allen Variationen sowie beliebte Zweiräder wie Vespa und Zündapp.

Die Klassiker: Video Teil

Die Klassiker im Video – Teil 1. Produktion: Sabine Sopha

Eigentlich sollte die Veranstaltung um 15 Uhr beginnen. Doch bereits um 13 Uhr rollten die ersten Fahrzeuge an. Schließlich waren alle Plätze auf dem Parkplatz am KanalTreff, auf dem Vorplatz und im Freizeitpark besetzt.

Die Klassiker – viel los rund um den Sehestedter KanalTreff.

Bei Musik, Brause, Bier und Bratwurst herrschte eine ausgelassene Stimmung. Und das Wetter konnte nicht besser sein. Es wurde gefachsimpelt und gestaunt – auch über einen „Youngtimer“, einen schwarzen Koloss der Peter Glindemann Group aus Grevenkrug mitten im Freizeitpark. Er machte sehr deutlich, wie die Entwicklung der Zugmaschinen fortgeschritten ist.

Ein Taktor-Oldie war währenddessen non-stop im Einsatz: Die „Öltimer“, der Trecker-Club aus Sehestedt unter Vorsitz von Bruno Dohrn, hatten einen Anhänger gebaut, in dem Besucher kostenlos eine Runde um den großen Grill drehen konnten. Vor allem die Kinder waren begeistert.

Der Organisator: Jan Karstens (rechts)

Die „Oldies“ unter den Besuchern bekamen vor allem leuchtende Augen, wenn sie vor Autos oder Zweirädern standen, mit denen sich Jugenderinnerungen verbinden. „In einem weißen Käfer haben wir uns kennengelernt.“ Willi Koop schwelgte mit Ehefrau Rita vor einem gelben Exemplar des Kult-Autos in Erinnerungen. Die Ex-Bürgermeisterin bekannte: „Mein Vater hatte nur ein Motorrad“. Mit Willi fuhr sie zum ersten Mal mit einem Auto. Und es kam zum ersten Kuss zwischen den beiden, die inzwischen seit Jahrzehnten verheiratet sind.

Bei der Tombola gab es attraktive Gewinne.

Die Besucher der Veranstaltung waren großzügig und kauften zahlreiche Lose, so dass Jan Karstens am Ende des Nachmittags überwältigt war. „Be a local hero“ – „Sei ein lokaler Held“, diesen Aufkleber erhielten alle Loskäufer und er prangte am Ende auf fast allen Jacken und Shirts. Die Preise waren von den Sponsoren des „Klassiker-Treffs“ zur Verfügung gestellt worden. Unter anderem von einer Sehestedterin. Sie hatte etliche selbstgestrickt Socken spendiert. Und auch Basti, Holger Petersens rechte Hand vom Imbiss, gehörte zu den Sponsoren.

Bruno Dohrn: Chef der Sehestedter ÖlTimer.

4.650 Euro konnte Jan Karstens symbolisch an Friederike Boissevain vom Hospizverein Dänischer Wohld überreichen. Den „richtigen“ Scheck erhält der Hospiz Anfang Juni.

Die Klassiker: Video Teil 2

Die Klassiker im Video: Teil 2. Produktion: Sabine Sopha

Der Kieler Bauunternehmer moderierte die Losziehung ausgesprochen launig. Er hat inzwischen auch ein Standbein in Sehestedt. Er ist an den Tiny Houses „Ufer 75“ beteiligt. Das Unternehmen möchte in der Nähe vom KanalTreff Mobilheime als Feriendomizile aufstellen.

Karstens und die übrigen Organisatoren waren sich einig: Der Klassiker-Treff soll im kommenden Jahr wiederholt werden. Sabine Sopha

Die Sponsoren

Eidergroup Sehestedt, Ufer 75, Eco Ferienlodges Sehestedt, Basti, J PK Ingenieurbau, Heiner Engel Goosschmiede, Windeby, Imbiss Sehestedt, Crosswork, TNG, Design By Gereby, Holtseer Landkäserei, Gut Grünhorst, Glindemann Group, Kruse Architekten, Binko und Hofmann Immobilien, Eckernförde Kiel, Dreizunull, Kreativ und Digitalagentur Kiel, B 61 Werksalon, Kiel , Sieh Tiefbau und Abbruchtechnik ,Falke Küchen

Von der Garage in neue Hände

Die Idee war bereits 2021 entstanden, der Termin festgelegt worden: Ein Garagenflohmarkt in Sehestedt zugunsten der Jugend. Die Premiere Ende April war ein Erfolg, wenn auch mit kleinen Abstrichen. Viele der Anbieter können sich eine Wiederholung im kommenden Jahr gut vorstellen.

Garagen wurden aufgeräumt ebenso wie Dachböden. Dort sammelt sich im Laufe der Jahre vieles an, was nicht mehr gebraucht wird. Das konnte auf dem ersten Sehestedter Garagenflohmarkt verkauft werden. Der Vorteil für die Verkäufer: Sie konnte ihre „Schätze“ direkt vor der Haustür aufbauen. Die Standgebühr war mit fünf Euro nicht hoch – und noch dazu für einen guten Zweck. Denn: Organisiert wurde der Flohmarkt vom Jugendförderverein Sehestedt zugunsten der Sehestedter Jugend. „Es ist von allen Seiten gut angenommen worden“, lautete das Fazit von Robert Pöhls. „Es sind sehr gute Einnahmen für die Jugendlichen erzielt worden. 425,02 Euro sind direkt als Spende und als Standgebühr an den Verein gegangen“, freute sich der Vorsitzende des Jugendfördervereins.

Großes Angebot in allen Straßen.

Der Organisator hatte gründliche Vorarbeit geleistet. Vierzig Teilnehmer auf der Nord- und Südseite hatten sich angemeldet. Pöhls hatte Straßenpläne mit den Standorten der Teilnehmer gezeichnet, hatte rote Wimpel an alle verteilt. Auf diese Weise sollten die Markt-Stände möglichst einfach zu finden sein. Bei einem ersten Rundgang zeigte er sich ganz zufrieden. Nur auf das Wetter hatte er keinen Einfluss gehabt. Es war kalt und windig, also ziemlich ungemütlich.

Ein weiterer Nachteil: Am selben Tag fanden drei weitere Flohmärkte in der näheren Umgebung statt – einer davon auf dem Norla-Gelände. „Deren Termine waren bei der Festsetzung unseres Flohmarktes noch nicht bekannt“, erklärt Robert Pöhls. So war die Konkurrenz groß.

Der Flohmarkt kam gut an bei den Besuchern.

Dennoch waren zum offiziellen Beginn um 10 Uhr die ersten Besucher an den Ständen, suchten nach Kinderspielzeug, feilschten um günstige Preise. Es waren auswärtige Schnäppchenjäger aber auch Sehestedter, die bis 17 Uhr in den Garagen und vor Carports zwischen Mickey-Maus-Hefte, CDs und Haushaltswaren stöberten. „Durch diese Aktion erhoffen wir uns, dass die Sehestedter Bürger die Möglichkeit bekommen, endlich mal wieder ums Dorf zu ziehen, alte Schätze zu erwerben oder zu verkaufen und eingeschlafene Kontakte wieder zu aktivieren“, hatte Robert Pöhls im Vorfeld erklärt.

Auch professionelle Schmuckhändler suchten nach Gold- und Silber-Preziosen. Unterwegs mit dem Auto war auch ein Sammler von Heimatchroniken. Ein ungewöhnliches Hobby und der Mann musste oft genug die Erfahrung machen, dass die Aufzeichnungen entsorgt werden. Aber in der ehemaligen Landeszeitung-Redakteurin Sabine Sopha fand er eine Gleichgesinnte. Bei der Neuorganisation der Redaktion hatte sie etliche dieser Bücher vor dem Papierkorb gerettet. Diese lagen zwar nicht auf dem Flohmarkt-Tisch, aber vor dem Bücherregal im Kiebitzmoor wurden sie handelseinig. Exemplare, die der Sammler noch nicht hatte, überließ sie ihm für einen geringen Preis, weil ihre Bücherregale überquellen.

Ein vielfältiges Angebot.

Als erfahrener Flohmarktgänger hatte der Sammler in die Sackgasse Kiebitzmoor gefunden. Die zerstreute Lage der Teilnehmer war ein kleiner Nachteil bei der Veranstaltung, denn bei dem kalten Wetter mochten nicht alle Besucher die entlegenen Anbieter zum Beispiel auch im Eiderblick aufsuchen. So äußerte Pöhls den Gedanken, beim nächsten Mal eventuell Anbieter aus den abgelegenen Straßen an einem Punkt zu konzentrieren. Eine Teilnehmerin war davon allerdings nicht so begeistert. „Dann muss ich alles dorthin schleppen. So konnte ich es direkt vor dem Haus anbieten.“

Robert Pöhls war jedenfalls trotz aller Widrigkeiten mit dem Ergebnis des ersten Sehestedter Garagenflohmarkts zufrieden. Neben den Einnahmen „konnte der Verein einige neue Mitglieder verzeichnen“. Sabine Sopha

INFO

Der Jugendhilfeförderverein: Link
Dem Verein geht es um die Unterstützung der Jugend im Dorf. Er hat zurzeit 42 Mitglieder, davon 23 Familien sowie Sponsorenfirmen. Da es sich seit 2019 um einen eingetragenen Verein handelt, können auch Fördergelder eingeworben werden – wie zum Beispiel für die musikalische Früherziehung im Kindergarten. „In diesem Verein heißt Jugendförderung aber nicht nur, Gelder einzusammeln und zu verteilen, sondern auch Anregungen zur Jugendförderung aufzunehmen und Initiativen der Jugendlichen und deren Eltern zu unterstützen“, erklärt Robert Pöhls.