Die Freiwillige Feuerwehr Sehestedt hat kürzlich ein neues Fahrzeug in Dienst gestellt. „Das ist ein Quantensprung“, freut sich Feuerwehrmann Sven Hennings, nachdem er das Löschgruppenfahrzeug (LF) 10 zur Presse-Präsentation auf den Parkplatz beim Feuerwehrgerätehaus gesteuert hat. Auch Wehrführer Christian Gothmann ist begeistert. Drei Jahre dauerten Planung, Ausschreibung und Bau. Nun müssen die Kameraden aber noch geschult werden – denn die moderne Ausstattung ist mit der alten nicht zu vergleichen, betonen die Feuerwehrmänner.
Rund 378.000 Euro hat das LF 10 gekostet. Davon hat die Gemeinde Sehestedt den Großteil gezahlt, betont Bürgermeister Torsten Jürgens-Wichmann. 88.000 Euro betrug der Zuschuss des Kreises, den dieser aus der Feuerschutzsteuer finanzierte. Ein Preis, der astronomisch erscheint – wenn man aber bedenkt, dass für ein Wohnmobil der gehobenen Klasse 250.000 Euro zu berappen sind, wiederum nicht. Denn das neue Fahrzeug ist eine wahre Wunderkiste. „Und eine moderne und leistungsstarke Ausrüstung ist für jede Feuerwehr aus einer Vielzahl von Gründen unverzichtbar“, so der Bürgermeister.
Sven Hennings stellt das neue Fahrzeug vor.
Eine herausragende Neuerung sind die vier Sitze für Atemgeräte-Träger, die es möglich machen, die Ausrüstung bereits während der Fahrt anzulegen, betont Oberbrandmeister Gothmann. Insgesamt finden zehn Kameraden Platz im neuen LF 10. „Großvolumige Sitzkästen mit ergonomisch geformten Einzelsitzschalen, in die Decke integrierte Haltegriffe, Pressluftatmerhalterungen in und entgegen der Fahrtrichtung“ – so liest sich das in der Beschreibung der Schlingmann GmbH & Co. KG, die das Fahrzeug gebaut hat. Ein Dreier-Team der Wehr ist zu einer Messe gefahren und hat sich etliche Modelle angeschaut, hat Fahrzeuge bei anderen Wehren getestet, bevor sie sich für dieses Modell entschieden.
Ein Sitzplatz für einen Atemgeräte-Träger.
Die Atemgeräte sind in der Mannschaftskabine installiert, die Männer können Platz nehmen und die Ausrüstung bereits während der Fahrt zum Einsatzort anlegen – „das spart Zeit“, so die Wehrmänner. Zirka 15 Kilo wiegt die Ausrüstung. Sven Hennings deutet auf einen Knopf, der an die Halteknöpfe in Linienbussen erinnert und grinst. „Nein, nein, der ist natürlich nicht dafür da, um einen Haltewunsch zu äußern.“ Er dient dazu, um die Atemschutzausrüstung vom Fahrzeug zu lösen.
Die Ausrüstung
Ausziehwände und Schwenkelemente machen es möglich, an das ordentlich organisierte Innenleben zu gelangen. Sven Hennings öffnet einen der Rollläden auf der Fahrerseite. Zum Vorschein kommen sauber verschnürte Holzstapel. Ein „Baukasten für Erwachsene“ witzelt er, deren Teile an Legosteine erinnern: Das „StarPack“ lässt sich auseinandernehmen und unterschiedlich wieder zusammensetzen. Es sind Unterbaublöcke zum Sichern von Lasten, „zum Beispiel, wenn wir ein Unfallauto so sichern müssen, dass es nicht kippt, wenn die Rettungskräfte Insassen bergen“, erläutert Sven Hennings. Auf dem alten Fahrzeug aus dem Jahre 1982 sind diese Hilfsmittel noch im Eigenbau entstanden.
Wichtige „Bauklötze“.
Die Blöcke sind nur ein kleines Detail des hochtechnisierten Fahrzeugs, dessen Gerippe aus rostfreiem Edelstahl geschweißt wurde. So hat es einen einen 3.000 Liter fassenden Löschwassertank. „An vielen Stellen des Dorfes müssten wir im Einsatzfall Wasser aus dem Nord-Ostsee-Kanal pumpen. Jetzt können wir viel schneller einen ersten Löschangriff starten“, machte der Wehrführer Christian Gothmann deutlich. Das Vorgängerfahrzeug verfügte gar über keinerlei Wasservorräte. Hydraulisches Rettungsgerät und ein akkubetriebener Trennschleifer gehören ebenso zur Ausrüstung. Dazu kommt diverses Handwerkszeug, das in deutlich beschrifteten Kisten lagert (unter anderem um Türen im Notfall bei der Brandbekämpfung öffnen zu können). Alles hat seinen festen Platz. Nun ist natürlich entscheidend, dass die Kameraden diese kennen und wissen, welches Gerät an Bord ist. Aber Corona macht Schulungen momentan unmöglich. Und etwas weiteres Wichtiges fehlt: der Nachwuchs. Zurzeit besteht die Freiwillige Feuerwehr von Sehestedt über 29 aktive Mitlieder. Sie benötigt dringend weitere Einsatzkräfte. Vielleicht finden sich ja Interessenten, wenn das neue Fahrzeug im Laufe des Jahres abhängig von der Corona-Lage der Öffentlichkeit präsentiert werden kann. Beides wäre zu wünschen.
Der Markttreff Sehestedt ist etwas Besonderes. Nicht nur, weil er in einem architektonisch ansprechenden Bau untergebracht ist. Auch seine Einrichtung ist keinesfalls Null-Acht-Fuffzehn. „Es ist das Ziel der Gemeinde, dem Laden durch bestimmte Objekte ein neues Gesicht zu geben“, erklärt Bürgermeister Torsten Jürgens-Wichmann. Und zwar durch Objekte aus der Region. Da müssen die Gemeindevertreter nicht lange suchen. Mit Leander Bruhn gibt es einen kreativen Kopf, der als „Archivist“ aus alten Gegenständen neue „Nutzkunst“ erschafft. Aktuell sind drei außergewöhnliche Stücke aus seinem Bestand im Markttreff zu sehen.
Es sind Reste eines über 120 Jahre alten Laufbelags einer Brücke, die einst über den alten Eiderkanal bei Kluvensiek führte, die Leander Bruhn verwendet hat. Die alten Holzbohlen „habe ich mit einer Drahtbürste gesäubert, dann geschliffen und anschließend mit Hartwachsöl von den Sehestedter Naturfarben behandelt.“ Damit stammen auch die Materialien alle aus der Region.
Belag der alten Eiderkanalbrücke bei Kluvensiek
Dem Wahl-Sehestedter Leander Bruhn ist es ein Anliegen, die Gemeinde mit seiner Arbeit zu unterstützen. Die Gemeinde wiederum freut sich, dass jemand wie er den Ort belebt. „Uns wird immer geholfen“, erklärt Jürgens-Wichmann. So war es auch vor zwölf Jahren bei der Einweihung des Dorfmuseums, für das Leander Bruhn Ausstellungsstücke zur Verfügung stellte. „Jetzt wollten wir einfach mal Danke sagen“, so der Bürgermeister. Und natürlich auch die Markttreff-Besucher dafür sensibilisieren, welche besonderen Stücke sie beim Einkauf sehen.
Kunst, Andenken und Alltagsbedarf im Markttreff
Mit den Attributen „Ruhe, Kreativität, Funktion, Souveränität“ hat der Künstler den großen Tisch in der Mitte des Raumes versehen. Das Metall-Untergestell hater aus einer ehemaligen Schmiede in Osdorf gerettet. „Lebendigkeit, Standfestigkeit, Zuverlässigkeit“ bescheinigt der Künstler dem Hocker. Mit „Mehrschichtigkeit, Aufnahmevermögen, Belastbarkeit, Grazie“ charakterisiert er einen 45 Zentimeter breiten Ablage, deren Eisenbolzen aus der Konkursmasse eines Rendsburger Unternehmens, der ehemaligen Firma Dittmer, stammen.
Heimliches Auge
Das Regal hat Dellen und Löcher, ebenso der Tisch – aber gerade die machen den Charme dieser Unikate aus. Im Markttreff sind sie nicht auf den ersten Blick zu erkennen, denn maritime Deko-Artikel zieren Regal und Tisch – die auf diese Weise mehr als Deko im Markttreff sind, sondern auch Nutzgegenstände. Übrigens: Alle ausgestellten Arbeiten können käuflich erworben werden – auch die Unikate aus der Bruhn-Werkstatt.
Auch ein Treffpunkt in Sehestedt
Wer noch mehr sehen möchte: Wenn Corona es wieder erlaubt, wird am Mittwoch sowie am Wochenende die Ausstellungshalle geöffnet sein. Die ist weitaus mehr als ein Verkaufsraum – sie ist auch ein Treffpunkt zum Klönen, ein „Kommunikationspunkt“, wie Leander Bruhn es nennt. Sabine Sopha
Leander Bruhn, der Archivist : Link Heimliches Auge: Link
Öffnungszeiten Markttreff: täglich von 7 bis 11 Uhr Samstags und Sonntags von 8 bis 10.30 Uhr
Das Gebäude der früheren Landarztpraxis in Sehestedt soll verkauft werden. Dies gab dieser Tage Bürgermeister Torsten Jürgens-Wichmann bekannt. Das Grundstück befindet sich im Besitz der Gemeinde und der Verkauf wird im Rahmen eines Teilnahmewettbewerbs erfolgen.
Angestrebt wird eine künftige Nutzung als barrierefreie, attraktive und generationsübergreifende Kleinwohnungen zu ortsüblichen Mietpreisen im Sinne von bezahlbarem Wohnraum. Dies soll im Rahmen einer zukunftsorientierten und flächensparenden Bauweise unter Berücksichtigung von Klimaschutz und ressourcenschonender Bauweise erfolgen.
Die Rahmenbedingungen können der Amtlichen Bekanntmachung vom 19. Januar 2021 entnommen werden, die hier über diesen Link ebenfalls abgerufen werden kann. Teilnahmeschluss ist der 22. Februar 2021.
Es ist dunkel. Es ist kalt. Da freuen wir uns über Licht und Wärme. In diesem Jahr noch mehr als sonst. In Sehestedt haben Gemeinde und Bürger dafür gesorgt, dass Lichterdekoration an öffentlichen Plätzen und in Vorgärten weihnachtliche Atmosphäre verbreiten.
Sehestedter Weihnachtsbaum beim KanalTreff. Fotos: Sabine Sopha
Der Höhepunkt in zweifachem Sinne des Wortes ist die große Tanne am Kanal-Treff. „So einen großen Baum hatten wir noch nie“, sagt Bürgermeister Torsten Jürgens-Wichmann und blickt bewundernd zu der 12-Meter-Tanne hoch. Sie ist eine Spende von einem Sehestedter Bürger – genauer von Dirk Metzger und Familie. Als Tochter Sol ein Jahr alt war, kauften sie einen kleinen Weihnachtsbaum mit Wurzel, erinnert er sich. „Als Weihnachten vorbei war, haben wir ihn dann eingebuddelt“, berichtet er weiter. „Und haben uns jedes Jahr gewundert, wie schnell er wächst.“ Vor kurzem ist Sol Metzger 18 Jahre alt geworden und „der Baum einfach zu groß für den Garten“, so Vater Dirk. „Wir freuen uns, die Tanne am MarkTreff zu sehen“. Und in ihrem Garten sei es jetzt wieder heller geworden, fügt er an.
Weihnachts-Anker auf der Fähre
Den gewaltigen Nadelbaum auszubuddeln, zu transportieren und aufzustellen war keine einfache Angelegenheit und eine Gemeinschaftsarbeit: „Öltimer“, Gemeindearbeiter und der Ahlmann-Radlader. An einem Morgen war der Trecker-Club angerückt, hatte die Tanne abgesägt und zu seinem Platz transportiert, berichtet Torsten Jürgens-Wichmann. Weil einige Zweige abgebrochen waren, wurden sie wieder befestigt und alles so gesichert, dass es auch einer steifen Brise Stand hält.
Weihnachtliches Bild in der Hauptstraße
Jetzt erhellt die Riesen-Tanne jeden Abend den kleinen Dorfplatz. „So ein Baum gehört hier hin“, findet der Bürgermeister. „Gerade in dieser Zeit.“ Und auch an den beiden Fährstellen stehen wieder mit Lichtern versehene Tannen. Diese wurden von der Gemeinde gekauft und sind fester Bestandteil der Sehestedter Weihnachts-Beleuchtung.
Blinkendes Haus in der Hauptstraße
Aber auch die Bürger tragen dazu bei, dass ihr Dorf erstrahlt. In der Hauptstraße glitzert ein Haus ein Blau-Grün-Tönen. Das Blinken der vielen Lichterketten ist schon von der L 42 aus zu sehen. Eine weihnachtliche Szenerie mit Rentier schmückt den Vorgarten ein paar Häuser weiter. Und im Kiebitzmoor wurden zwei Fahnenmasten in überdimensionale Weihnachtsbäume verwandelt. Doch auch wo weniger aufwändig geschmückt wurde, erhellen Lichter die düstere Zeit und langen Abende. Sehestedt leuchtet. Sabine Sopha
Sechs Grad und Nieselregen – das ist wahrlich kein Wetter für einen Freiluft-Gottesdienst. Aber einige Mitglieder der Kirchengemeinde Sehestedt schreckte das nicht ab. Sie nahmen gerne das Angebot von Pastorin Johanna Zedlitz an. Unter dem Eingangsportal des Pastorats hatte sie einen kleinen Altar aufgebaut, Ehemann Jesper Zedlitz spielte das Keyboard und Küsterin Sabine Kähler notierte die Daten der Anwesenden. Es war eine kühle halbe Stunde, die aber die Herzen wärmte – und genau das war der Sinn.
In den vorangegangenen Monaten hatte Pastorin Zedlitz Gottes Wort ganz modern per Video an die Gemeindemitglieder übermittelt – mit Hilfe von Christian Kaben, dem Vorsitzenden des Kirchengemeinderats. Dieser ist jetzt erkrankt, darum war eine andere Lösung nötig. So wurde am ersten Advent der erste Freiluft-Gottesdienst gefeiert. Auch an den kommenden beiden Sonntagen ist er um 10.30 Uhr geplant.
Die Krippe
In ihrer Predigt am zweiten Advent erinnerte die Pastorin an den Heiligen Nikolaus. Und an den Sinn des Schenkens. Der besteht nämlich nicht darin, sein Tun werbewirksam zu verkünden. Die linke Hand solle nicht wissen, was die rechte Hand tut, zitierte sie aus dem Matthäus-Evangelium. „Wenn das Leid jedes Armen und Christus zeigt und die Not, die wir lindern, zur Freude wird, dann hat Gott unter uns schon sein Haus gebaut“ sangen die Anwesenden dann.
Die Kirche ist wieder geöffnet.
Gottes Haus, die Kirche, ist jetzt auch wieder zugänglich. „Anfangs hatten wir sie geschlossen“, erzählt Johanna Zedlitz. „Aber die Nachfrage nach einem Kirchenbesuch war groß.“ Jeden Tag von 9 bis 17 Uhr können Besucher nun Zwiesprache mit Gott halten oder einfach in einem Moment der Stille die weihnachtliche Atmosphäre genießen. Der große Tannenbaum an der Kanzel, der sonst erst zum Heiligen Abend aufgebaut wird, sorgt jetzt schon für Licht im Advent. In einer Krippe liegen selbstgebastelte Papiersterne „zum Mitnehmen, zum Freuen und zum Weitergeben“ bereit – ein Hoffnungsleuchten.
Pastorin Johanna Zedlitz
Die Pastorin, zur deren Gemeinde Haby, Holtsee und Sehestedt gehören, hat außerdem die Weihnachtsgeschichte in Szene gesetzt. An den Kirchenbänken werden Bilder mit Bibelszenen zart beleuchtet. „Es sind Teile aus einem Adventskalender für Kinder“, erzählt Johanna Zedlitz. Gemeinsam mit der stellvertretenden Küsterin Tanja Tietje aus Holtsee und deren Tochter Merle haben sie die Bilder gebastelt.
Ein Gottesdienst in der Tüte.
Die Besucher erwartet vor dem Altar außerdem ein „Gottesdienst in der Tüte“ für alle, die nicht an der Freiluft-Veranstaltung teilnehmen können oder wollen. „Am Küchentisch, auf der Couch oder sonstwo“ kann man die Predigt auf Papier lesen, so Pastorin Zedlitz und es müsse auch nicht zwingend am Wochenende sein. In dieser Woche steht Maria im Mittelpunkt. Dazu gibt es zwei kleine Gaben – ein Teelicht für Wärme und Helligkeit in dunkler Zeit und einen Holzstück mit der Zeichnung eines Himmelsboten. „Möge ein Engel Sie durch die Adventszeit begleiten“, schreibt die Sehestedter Pastorin. Eine schöne Geste.
Alle Altersgruppen, alle Parteien, alle Geschlechter – die Sehestedter sind sich einig: Gewalt gegen Frauen darf nicht sein. „Weltweit ist jede dritte Frau von Gewalt betroffen“, erklärt Alexandra Koop (SPD), Vorsitzende des Kulturausschusses. In Deutschland nehme gerade während der momentanen Pandemie die häusliche Gewalt zu, erklärt sie. Darum sei die Aktion „Orange The World“ so wichtig.
Ein Mal wird im Jahr ein sichtbares Zeichen gesetzt: Orange Lichter leuchten weltweit vom 25. November bis 10. Dezember an öffentlichen Gebäuden. „Orange The World“ ist eine Aktion von UN-Woman und gehört zu der weltweiten Kampagne „16 Days of Activism Against Gender Violence“ (16 Tage mit Aktion gegen Geschlechter-Gewalt).
In Sehestedt sind die Fenster des Markt-Treffs orange beleuchtet und das orange Licht vom Kanal aus sichtbar. Denn im Kreis Rendsburg-Eckernförde gab es im vergangenen Jahr mindestens 116 Fälle von Gewalt gegen Frauen. So viele wurden von der Polizei an die Frauenberatungstelle „!Via“ übermittelt. Man kann davon ausgehen, dass die Dunkelziffer hoch ist.
„Gewalt gegen Frauen darf nicht sein“, erklärt auch Bürgermeister Torsten Jürgens-Wichmann (CDU). Ebenso wenig wie gegen Kinder. Er zeigte vor dem Kanal-Treff Flagge mit einem orangen Schal. „Ich bin gegen jegliche Gewalt“, betonte er.
Ingeborg Freerksen-Hennigs (FWG) war mit ihrer Tochter Talea (19) erschienen. Die Schülerin hatte festgestellt, dass zahlreiche ihrer Klassenkameraden nichts von der Aktion wissen und wollte sie durch ihre Anwesenheit unterstützen. Ebenso Alt-Bürgermeisterin Rita Koop, die ihre Tochter Alexandra begleitete.
„Wer Hilfe braucht, kann sich an eine kostenlose Telefonhotline wenden“, betont Alexandra Koop. Die Nummer 0800/0116016 ist bundesweit erreichbar. Sabine Sopha
leider sind wir wieder in einer schwierigen Situation, ausgelöst durch den Corona-Virus, welcher wieder Einschränkungen des öffentlichen Lebens mit sich bringt.
Bis auf Weiteres sind alle öffentlichen Veranstaltungen abgesagt, darunter fällt auch der Volkstrauertag. Die Kranzniederlegung erfolgt durch den Bürgermeister.
Auch das Tannenbaum-Anleuchten entfällt, der Baum wird in der Woche aufgestellt.
Am 24. November 2020 werden wir eine gemeinsame öffentliche Sitzung des Finanzausschusses, Bau- und Wegeausschusses und des Sozial- und Kulturausschusses in der Turnhalle Borgstedt abhalten, da dort die Hygienemaßnahmen besser eingehalten werden können.
Die Öffnungszeiten unseres MarktTreff´s sind zurzeit geändert:
Mo.-Fr. 7-11 Uhr, Lieferservice ist Mo.-Fr. ab ca. 09:30 Uhr möglich Sa. 8-10:30 Uhr So. 8-10:30 Uhr
Die Bürgersprechstunde findet weiterhin montags von 17:00 Uhr bis 18:00 Uhr im MarktTreff statt.
Zurzeit werden die Wasseruhren durch Frau Berndt abgelesen. Sehr hilfreich wäre es, wenn Sie einen Zettel mit Namen, Zählernummer und Zählerstand bereithalten würden. Bitte geben Sie diesen Frau Berndt oder werfen Sie den Zettel bei mir im Kanalblick 4a in den Briefkasten.
Vielen Dank und herzliche Grüße an alle. Bleiben Sie gesund! Ihr/Euer
Der Tag der Deutschen Einheit wird in Sehestedt jährlich gefeiert. Die Kanalgemeinde hat besondere Beziehungen zum Osten Deutschlands. Im Jahr 2000 hatten die Gemeinde Lohmen aus Mecklenburg-Vorpommern und Sehestedt feierlich eine Urkunde unterzeichnet. „Es ist unser gemeinsamer Wille … zu einem gesicherten und dauerhaften Frieden beizutragen“, erklärten sie hierin. Dazu tragen vor allem die regelmäßigen Kontakte bei, die Freundschaften und Besuche. Doch in diesem Jahr war keine Abordnung aus Lohmen zu Besuch. Der Grund: Corona.
Die Feierstunde am Lohmen-Stein fiel also spärlicher aus als gewöhnlich. Keine Musik, kein anschließendes Kaffeetrinken. Stattdessen ein paar Worte des stellvertretenden Bürgermeisters Dirk Naeve, der daran erinnerte, wie wichtig solch eine Freundschaft ist. Und eine kurze Rede von der ehemaligen Bürgermeisterin Rita Koop. Einer fehlte: Der ehemalige Bürgermeister Malte Ahlmann, der einen entscheidenden Anteil am Zustandekommen der Partnerschaft hat.
Der Gedenkstein
„Dort lag viel Land brach“, erinnerte sich Malte Ahlmann vor einigen Jahren im Gespräch an die Situation im Osten – und „wir hatten vier Jungs, die wollten Bauern werden“. Der Landwirt fand in Reimershagen bei Groß Tessin eine Landwirtschaftliche Produktions Genossenschaft (LPG), die er in einen Hofbetrieb umwandelte, der heute 1.000 Hektar Land bewirtschaftet. Weil die Treuhand verlangte, dass er als Landbesitzer seinen ersten Wohnsitz in der Region hatte, siedelte er nach Groß Tessin über und nahm die Hälfte der Maschinen vom heimischen Gut mit. Der Hof wird heute von Sohn Nico Ahlmann mit Familie bewirtschaftet.
Durch einen Melker hatte Malte Ahlmann nach der Wende Kontakt zu einem Lehrer in Lohmen und initiierte daraufhin mit der Gemeinde eine Partnerschaft. „Das offizielle Gedenken am 3. Oktober ist unverändert notwendig. Wir erinnern daran, dass Deutschland ohne Krieg, ohne einen einzigen Schuss, wieder zusammengewachsen ist“, hatte Malte Ahlmann 2002 am Tag der Deutschen Einheit erklärt. Er stellte damals auch fest, dass die Deutsche Einheit noch nicht vollendet war – weder wirtschaftlich noch in den Köpfen.
Gemeinde und Freiwillige Feuerwehr beim Tag der deutschen Einheit
Als „tätige Freundschaft“ bezeichneten die Hassels aus Lohmen anlässlich des 15-jährigen Bestehens die Beziehung. Tierarzt Hartmut Hassel (59) war zur Wendezeit Mitglied im Lohmener Gemeinderat. Gemeinsam mit seiner Frau Gudrun hat er im Laufe der Jahre eine enge Freundschaft zu Rita und Willi Koop aufgebaut. Persönliche Freundschaften wie diese sind es, die die Partnerschaft lebendig halten. So sah es bereits 2002 auch der damals stellvertretende Bürgermeister Torsten Jürgens-Wichmann. „Unsere Patenschaft mit Lohmen in Mecklenburg-Vorpommern wird durch die persönlichen Bindungen und Begegnungen der Menschen getragen. Für uns ist das Ganz lebendig.“
Bürgermeisterin Rita Koop mit Lohmens Bürgermeister Bernd Dickau im Jahr 2015
In diesem Jahr war eigentlich Besuch der Sehestedter in Lohmen geplant. Auch hier machte Corona einen Strich durch die Rechnung. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben, betonte Rita Koop bei ihrer diesjährigen Ansprache am Lohmen-Stein. Und appellierte an die Sehestedter, mitzukommen, wenn die Reise nachgeholt wird. Denn: Es sind die persönlichen Kontakte, die diese Partnerschaft lebendig halten. sab
Seit dem Corona-Lockdown hatte sich der Lesekreis Sehestedt nicht mehr getroffen. Im August kam er erstmals in kleiner Runde wieder zusammen. Alle hatten viel gelesen und viele Bücher vorzustellen. Das nächste Treffen ist für Dienstag, 13. Oktober, um 19.30 Uhr im Bürgerraum des Kanal-Treffs geplant. Besprochen wird das Buch Lisa Wingate, „ Libellenschwestern“, blanvalet TB, 10.99 Euro
Der bewegende Spiegel-Bestseller, inspiriert von einer wahren Geschichte. Für Avery hat das Leben keine Geheimnisse. Bis sie auf May trifft. Die 90-Jährige erkennt ihr Libellenarmband, ein Erbstück, und besitzt auch ein Foto von Averys Großmutter. Was hat diese Frau mit ihrer Familie zu tun? Bald stößt Avery auf ein Geheimnis, das sie zurück in ein dunkles Kapitel der Geschichte führt … Memphis, 1939: Die junge Rill lebt mit ihren Eltern und Geschwistern in einem Hausboot auf dem Mississippi. Als die Kinder eines Tages allein sind, werden sie in ein Waisenhaus verschleppt. Rill hat ihren Eltern versprochen, auf ihre Geschwister aufzupassen. Ein Versprechen, das sie nicht brechen will, ihr aber mehr abverlangt, als sie geben kann …
Für alle, die beim August-Treffen nicht dabei sein konnten, hier ein Auswahl der empfohlenen Bücher.
Den Anfang der Vorstellungen machte Sabine Sophamit Sue Monk Kidd: „Das Buch Ana“, btb, Hardcover, 22 Euro Wie wäre es gewesen, wenn Jesus eine Frau gehabt hätte? Diese Frage hat sich die amerikanische Schriftstellering Sue Monk Kidd gestellt. Sie geht das Thema mit viel Fingerspitzengefühl an, denn sie will nicht die Einstellung von gläubigen Menschen verletzen. Und so ist ihr Buch auch ein Sittengemälde aus jener Zeit, mit plastischen Schilderungen der Lebensumstände der Menschen – und vor allem der Frauen. Ihre Sprache ist dabei der Zeit angepasst, ohne dass es störend oder aufgesetzt wird. Und mit der Hauptperson Ana hat sie eine unangepasste, wissbegierige und eigensinnige Protagonistin geschaffen. Eine fesselnde Lektüre, die deutlich macht, wie wenig Rechte Frauen im Judentum hatten…
… und teilweise immer noch haben, wie Renate Ahlmannmit ihren Buchtipps ergänzen konnte – vor allem bei den Ultra-orthodoxen Juden. Deborah Feldman: „Unorthodox“, btb TB, 10 Euro Die Autorin wuchs im New Yorker Stadtteil Williamsburgh auf, in dem eine große Gemeinschaft ultra-orthodoxer Juden lebt. Äußerlich sind die Männer an ihren Schläfenlocken zu erkennen und den großen Hüten, die Frauen tragen kniebedeckende Kleider und meist Perücken – denn es gilt als unschicklich, wenn ein fremder Mann das Haar einer verheirateten Frau sieht. Der Sinn der Heirat ist es, viele Kinder in die Welt zu setzen -vier, fünf oder mehr sind keine Seltenheit.
Deborah Feldman: „Überbitten“, btb TB, 12 Euro Ist die Fortsetzung von „Unorthodox“. Hierin beschreibt die Autorin, wie sie sich von dem reglementierten Leben befreien konnte. Auf Netflix gibt es momentan die Mini-Serie mit dem Titel „Unorthodox“. Diese ist von den Büchern inspiriert, hält sich aber nicht 1:1 an die Vorlage. Sehenswert ist sie dennoch, genau wie die Bücher zu empfehlen sind.
Ellen Pahlinghat in den vergangenen Monaten viel gelesen. Eine ihrer Empfehlungen ist James McBride „Die Farbe von Wasser“, btb TB, 11 Euro Die Farbe von Wasser erzählt die Geschichte James McBrides, der in den sechziger Jahren – den Zeiten von Malcolm X und Martin Luther Kings – an der Seite von elf Geschwistern in New York aufwächst. Vor allem aber erzählt es die bewegende Geschichte seiner weißen Mutter Ruth, die 1921 in Polen als Tochter eines orthodoxen Rabbiners geboren wird, mit zwei Jahren mit ihrer Familie nach Amerika auswandert und mit 17 für immer ihr Elternhaus in Virgina verlässt, um in New York einen Schwarzen zu heiraten. Eine Familiengeschichte wie ein Roman, mit einer Heldin, die wie selbstverständlich über Rassenkonflikte und persönliche Entbehrungen triumphiert.
Außerdem machte sie neugierig auf Britta Bolt und die Fälle für Pieter Posthumus „Das Büro der einsamen Toten“ – Der erste Fall für Pieter Posthumus „Das Haus der verlorenen Seelen“ „Der Tote im fremden Mantel“ Alle als Taschenbuch bei Heyne. „Das sind keine Schocker“, so ihr Fazit. „Aber die Bücher sind schön zu lesen“.
Vergnügen bereitete ihr auch: Jörg Maurer „Am Tatort bleibt man ungern liegen“, Fischer TB, 10.99 Euro Im heimischen Segelhafen kennengelernt haben die Pahling die Autorin Kerstin Grätzer. Sie stammt aus der Ex-DDR und hat ihre dortigen Erfahrungen in einem Buch verarbeitet.
Kerstin Grätzer: „Seefrau unter roten Socke: Wellen, Wind und Wogen – ich mittendrin und oben drauf“, tredition TB, 16,90 Euro Jetzt soll sie in Büdelsdorf leben. Ein Buch, für das man laut Ellen Pahling starke Nerven benötigt ist der zweite Krimi von Erfolgsautorin Romy Hausmann:
Totenland von Michael Jensen
Romy Hausmann: „Martha schläft“, dtv premium, 16.90 Euro Ilse Kelmliebt Krimis. In den vergangenen Monaten hat sie nach eigener Aussage „alle von Stefanie Ross“ gelesen. Das neueste Werk der Autorin, das im Norden spielt: „Falsches Spiel in Brodersby“, grafit TB, 13 Euro
Handlung laut Klappentext: Mit Ende der Urlaubssaison verirren sich nur noch wenige Touristen in die idyllische Landschaft zwischen Ostsee und Schlei. Doch von Ruhe kann für Landarzt Jan Storm keine Rede sein. Beweist der ehemalige Soldat sonst eiserne Nerven, macht ihn die bevorstehende Geburt seines ersten Kindes ungewohnt nervös. Als ein Mädchen in Kontakt mit weißem Phosphor gerät, überschlagen sich in Brodersby die Ereignisse. Denn die Substanz sieht nicht nur Bernstein zum Verwechseln ähnlich, sondern war auch einer der Hauptbestandteile von Brandbomben im Zweiten Weltkrieg. Von diesen militärischen Altlasten liegen noch heute Tausende in der Ostsee – und sind nach wie vor gefährliche Waffen, für die Terroristen gut bezahlen …
Eine ganze Reihe Bücher der unterschiedlichsten Genres hat Sabine Sopha in den vergangenen Monaten verschlungen.
Es gibt wieder einen Krimi, der in unserer Region spielt „Der letzte Käpt’n“ von Arnd Rüskamp, emons, 13 Euro
Klappentext: Marie Geisler vom LKA Kiel freut sich auf den Sommerurlaub, da wird bei einer Routinekontrolle am Hafen ein toter Biker entdeckt. Der Schwede wurde regelrecht hingerichtet. Ist eine Auseinandersetzung zwischen rivalisierenden Banden eskaliert? Maries neuer Kollege Gregor Sachse, der alte Kontakte in die Rockerszene Norddeutschlands hat, soll als V-Mann eingeschleust werden. Doch als es einen weiteren Toten gibt, droht die Sache aus dem Ruder zu laufen …
Auch hier hat der Autor wieder zahlreiche Orte der Umgebung erwähnt, und er sagt selbst, dass er seine Leser dazu animieren will, sich diese Orte anzuschauen. Aber anders als beim Krimi zuvor sind es mehr Beschreibungen am Rande und wird der Leser durch die Rocker-Thematik fasziniert.
Ein ganz besonderes Buch ist von Michael Jensen „Totenland“, atb, 11 Euro
Klappentext: Ende April 1945. Der Krieg geht zu Ende. Nachdem er schwer verwundet wurde, ist Jens Druwe aus Berlin nach Schleswig-Holstein abkommandiert worden. Hier soll er als Polizist für Ordnung sorgen. Als ein hoher Funktionär der NSDAP ermordet wird, wollen seine Vorgesetzten sogleich den ersten Verdächtigen, einen entflohenen Häftling, aburteilen. Doch Druwe stellt sich gegen die Profiteure des untergehenden Regimes. Ihm zur Seite steht allein die Schwester des Verdächtigen, die wie er voller Mut und Hoffnung den Kampf gegen einen übermächtigen Gegner aufnimmt.
Der Krimi spielt in Flensburg und Umgebung. Der Autor lebt in Flensburg und in Hamburg. Allerdings im Michael Jensen ein Pseudonym. Der Arzt und Therapeut beschäftigt sich insbesondere mit den seelischen Spätfolgen des Zweiten Weltkrieges, vor allem bei den Nachkommen der Täter und Opfer. Er thematisiert Schuld und Verantwortung und sagt über seinen Protagonisten Jens Druwe: „Ich möchte gar nicht, dass er allzu leicht verstanden wird. Vielmehr liegt gerade der Reiz darin, zu erkennen, wie ungeheuer schwierig es ist, ihn (und damit allgemein den Menschen) zu verstehen.“ Auch geht es dem Autor darum, dass das Leid der Opfer nicht vergessen wird. „Meine Fiktion ist Vision, weil ich glaube, dass Sprache die beteiligten Gefühle wachhält.“
Das stimmt. Und das ist ihm meisterhaft gelungen. Ein Buch, das nachdenklich macht und man nicht so schnell vergisst. Es gibt auch schon ein Nachfolgebuch, „Totenwelt“, das kurz nach Ende des Krieges zur Dönitz-Zeit spielt.
Außerdem: Sina Beerwald „Die Strandvilla“, Knaur TB Petra Schier „Die Liebe gibt Pfötchen“, HarperCollins Kristina Valentin „Garten der Wünsche“, Diana Verlag Marie Sanders „Die Frauen vom Nordstrand“, atb
Wie jedes Jahr seit dem tödlichen Unfall schottischer Fallschirmjäger während des Nato-Manövers Bold Guard 1974 wurde auch 2020 am 11. September eine Gedenkfeier am „Schottenstein“ abgehalten.
Es war allerdings der Covid-19 Pandemie geschuldet, in diesem Jahr weniger Teilnehmer als üblich von Bürgermeister Torsten Jürgens-Wichmann und Pastorin Johana Frederike Zedlitz begrüßt werden konnten. So nahm in diesem Jahr auch keine Delegation aus Schottland an der Veranstaltung teil.
Ralf Kähler und Thomas Ehlers, Mitglieder der Sehestedter Whisky-Society, bildeten jedoch im Kilt eine dem Anlass angemessene Ehrenwache am Gedenkstein. Neben einigen Bürgern und Gemeinderatsmitgliedern nahm auch die Freiwillige Feuerwehr an der Gedenkstunde teil.
Bürgermeister Torsten Jürgens-Wichmann und Gemeindevertreterin Alexandra Koop
Nach Gedenk-Ansprache durch Bürgermeister Torsten Jürgens-Wichmann konnte Gemeindevertreterin Alexandra Koop einen Brief eines ehemaligen Kameraden der verunglückten Fallschirmjäger verlesen.
Die Gedenkstunde wurde im Rahmen eines Beisammenseins in der Gaststätte Landhaus beendet.
LZ-Redakteurin Sabine Sopha hatte im September 2019 über das Unglück am 11. September 1974 berichtet.